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Religion & Geschichte
Savonarola: Der erste Hetzer
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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In der Blütezeit der Renaissance erhob der Dominikanermönch Savonarola seine Stimme und seine Hand gegen Laster und sittlichen Verfall. Kompromisslos verfolgte er alle, die sich ihm entgegenstellten – sogar die mächtige Familie der Medici.
Mit der geballten Faust schlägt der Dominikanermönch auf den Rand der Kanzel im Dom von Florenz. Und in die Stille des Gotteshauses donnert er: »Ich verkündige euch: Wenn ihr die Stimme Gottes nicht hören wollt, wird er euch bestrafen.« Viele der 14 000 Gläubigen haben Tränen in den Augen, denn er prophezeit ihnen in apokalyptischen Bildern Pest, Hungersnöte, Kriege und Chaos als göttliche Heimsuchungen – sollten ihre verirrten Seelen nicht auf den Weg Gottes zurückkehren. Das sündige Florenz ist für diesen Prediger die Wiederkehr des biblischen Sodom. Und es widert ihn an.
Mit kehliger Stimme prangert er auch Ämterkauf und sexuelle Ausschweifungen des Klerus an, die in Rom unter Papst Alexander VI. überhandgenommen haben. Die Vorwürfe sind nicht aus der Luft gegriffen: Alexanders Zeremonienmeister schreibt seinerzeit in sein Tagebuch: »Alle taten alles vor den Augen aller.« Der Dominikaner auf der Kanzel wird noch deutlicher: »Nachts geht ihr zur Konkubine – und, noch schlimmer, mit den Knaben –, und am Morgen darauf geht ihr zum Sakrament!« Seine Schimpfrede mündet in die Forderung: »Die Kirche muss gegeißelt und erneuert werden.«
Man schreibt das Jahr 1494. Florenz ist im ausklingenden Mittelalter eine der mächtigsten und reichsten Städte Europas. Hier herrscht Lorenzo de’ Medici, genannt der Prächtige, wie ein Pate. Michelangelo und Leonardo da Vinci entfalten ihr Genie, Sandro Botticelli malt seine berühmt-laszive »Geburt der Venus«. Die Menschen vergnügen sich bei Saufgelagen und Sex-Orgien. Reiche Frauen stolzieren mit Schmuck behangen, die Brüste von durchsichtigem Stoff kaum verhüllt, durch die belebten Straßen.
Doch dann steigt er auf die Kanzel: Girolamo Savonarola, ein Bußprediger, 1452 in Ferrara geboren, jetzt in Florenz Prior des Dominikanerklosters San Marco. Er verdammt alles, was den Florentinern lieb und teuer geworden ist. Er verflucht ihren Lebensstil. Er schüchtert selbst die Medici ein. Er ist faszinierend, aber vor allem unheimlich. Bis zum heutigen Tag.
Dem Historiker Ernst Piper gilt Savonarola als »Prototyp aller Fanatiker«. Und geht es um religiöse Fundamentalisten unserer Tage – der Vergleich mit Savonarola ist nicht weit. So sieht etwa Thomas Klau, Leiter der Pariser Vertretung des European Council on Foreign Relations, in den arabischen Staaten »überall islamische Savonarola-Jünger« am Werk. »Die wollen demokratische Herrschaft, um puritanischen Terror durchzusetzen«, schreibt er in der Finan– cial Times Deutschland. Die WELT tituliert sogar Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad als »muslimischen Savonarola«.
Doch was haben moderne Fanatiker gemeinsam mit dem unerbittlichen Dominikanermönch aus Florenz? Warum müssen wir uns vor Savonarola und seinen Erben so in Acht nehmen?
Girolamo Savonarola beginnt als junger Mann ein Studium der Philosophie und Medizin. Er soll Karriere machen. Als er sich in eine eitle Tochter aus vornehmem Geschlecht verliebt, wird er wegen seines niederen Standes spöttisch zurückgewiesen. Sicher auch, weil er nicht unbedingt als attraktiver Kavalier daherkommt. Der Philosoph Pierre Antonetti betont sogar Savonarolas »ausgesprochene Hässlichkeit«: »Adlernase, dichte rote Augenbrauen, tief gefurchte und gewölbte Stirn, breiter Mund mit wülstigen Lippen, mittlere Statur, graziöser Gang und zu nahe beieinanderliegende Augen«. Vielleicht, so Antonetti, setzte durch diese Zurückweisung Savonarolas »spirituelle Krise ein« – seine alleinige Ausrichtung auf die »einzig dauerhafte Liebe, die Liebe Gottes«.
Jedenfalls wird dem jungen Mann die Renaissance-Welt mit ihrem Luxus und ihrer Sinnlichkeit bald darauf immer mehr zum Gräuel. Er bricht zum Entsetzen seiner Eltern sein Studium ab und tritt 1475 in das Dominikanerkloster von Bologna ein. Denn er will nicht weiter »wie ein Tier unter Schweinen, sondern als vernünftiger Mensch« leben.
Später dann, als Prior in Florenz, sorgt der Dominikaner von der Kanzel herab mit ungeheuerlichen Prophezeiungen für Aufsehen. Im voll besetzten Dom versichert er dem mächtigsten Mann der Stadt: »Bevor dieses Jahr zu Ende geht, wirst du, Lorenzo de’ Medici, der Florenz in ein Bordell verwandelt hat, vor Gottes Richterstuhl gerufen werden!« Die Historikerin Ludovica Sebregondi: »Das war ungeheurer Mut.« Am 5. April 1492 verbreitet sich dann die kaum glaubliche Nachricht in der Stadt: Lorenzo de’ Medici liegt im Sterben. In jener gespenstischenNacht schlagen bei einem Gewitter Blitze in die Kuppel des Doms ein. Das berühmteste Bauwerk der Renaissance steht in Flammen.
Damit nicht genug: Savonarola sagt auch voraus, noch im gleichen Jahr werde Papst Innozenz VIII. – Vorgänger Alexanders VI. – das Zeitliche segnen. Und so geschieht es nur drei Monate später. Die Menschen denken sich: Das alles kann kein Zufall mehr sein. Da ist Gottes Hand im Spiel.
So wird aus dem einst gehemmten, unbeholfenen Prediger ein Prophet. Ein Mann, der für gewisse Zeit selbst den mächtigen Medici, ja sogar dem Papst die Stirn bietet. Der – ohne je ein öffentliches Amt zu bekleiden – über Jahre zur »beherrschenden Figur« in Florenz wird und »hinter der Fassade der Republik eine theokratische Diktatur« errichtet, wie der Historiker Ernst Piper formuliert. Auf dem Höhepunkt seiner Macht predigt Savonarola fast täglich im Dom vor Tausenden. Er ist, so Ernst Piper, »zum öffentlichen Gewissen von Florenz geworden«. Er zieht die Fäden, als die Stadt sich eine neue Verfassung gibt und dabei die Republik Venedig zum Vorbild nimmt. Das neue Motto: Die Reichen sollen den Armen geben.
Ab Dezember 1494 widmet sich Savonarola seiner eigentlichen Leidenschaft: Er will Florenz mit seiner Lebensgier, diesen Sündenpfuhl der Renaissance, in einen Gottesstaat transformieren – mit Christus als dem neuen König der Stadt. Ein Gesetz gegen »unaussprechliche Laster« wird verabschiedet, mit dem vor allem »die Sünde der Sodomie« unter Strafe gestellt werden soll. »Sodomie« steht damals für alles, was als sexuelle Perversion begriffen wird – auch die in dieser Zeit weit verbreitete Homosexualität.
Die ständige Überwachung der Bürger, das Einsammeln von Almosen: Das alles überträgt Savonarola seiner neu geschaffenen Privatarmee – der Kinderpolizei. Mit Stöcken bewaffnet lauern seine Knaben an jeder Straßenkreuzung, ermahnen »unzüchtig« gekleidete Frauen, durchsuchen Häuser nach »anstößigen« Dingen, halten Ausschau, ob irgendjemand tanzt, singt oder Karten spielt. Denn das alles ist verbotenes Tun. Jegliche Art »unkontrollierter Lebensäußerungen«, sagt Piper, sei Savonarola und seinen Aufpassern ein Dorn im Auge gewesen. »Durch die Kinderpolizei wurde Savonarolas Moral zur öffentlichen Gewalt.« Wer sich ihr widersetzte, geriet in Gefahr.
Die Kinder sind es auch, die in Florenz all das zusammentragen, was der Prior des Klosters San Marco in den Jahren 1497 und 1498 auf zwei mächtigen Scheiterhaufen im Stadtzentrum verbrennen lässt – in den sogenannten »Fegefeuern der Eitelkeiten«. Ein Chronist schildert 1764, was im Namen Gottes im Feuer landet: unter anderem ausländische Tuche, Spielkarten, Würfel, Perücken, Schleier, Salben, Spiegel, Parfums, Kämme, unzüchtige Bücher und Karnevals-Utensilien. Sogar Büsten und Gemälde der schönsten Frauen von Florenz – einer Legende nach bringt Botticelli einige seiner Werke sogar selbst zum Scheiterhaufen, um sie den Flammen zu übergeben.
Savonarola war zwar nicht der Erste und nicht der Einzige, der Unliebsames in den Flammen vernichtete – auch andernorts in Norditalien oder in Deutschland hatte es deswegen schon gebrannt. Doch Savonarolas religiöse Gnadenlosigkeit war mitverantwortlich für ein Klima, in dem auch Hexen auf Scheiterhaufen verbrannt werden konnten.
Gleichwohl: Savonarola als Fanatiker zu bezeichnen, das halten wackere Kirchenmänner wie der Schweizer Theologe Walter Nigg für eine »sträfliche Verkennung seiner Sendung«. In Savonarolas Worten, so der Eidgenosse, habe sich »inmitten einer gottlos gewordenen Renaissance die wirkliche Rede Gottes an die Menschen« offenbart. Für ihn ist Savonarola »vielleicht die größte prophetische Persönlichkeit der Christenheit«. Der Theologe Martin Stieger von der Theologischen Hochschule Chur sieht in Savonarola vor allem einen furchtlosen Christen, »der seiner Berufung und seinem Gewissen bis zum Letzten treu blieb«. Bis heute jedoch hat die katholische Amtskirche Girolamo Savonarola nicht rehabilitiert. Er wurde nie seliggesprochen.
Da sind wohl doch Zweifel geblieben. Denn Berufung und Intoleranz sind in der Person Savonarolas eine in der Geschichte bisher unbekannte Verbindung eingegangen, die ihn als den ersten Hassprediger mit einer für damalige Verhältnisse enormen Breitenwirkung erscheinen lässt. Mit ihm trat ein Element in die Welt, das noch in unseren Tagen im wahren Sinn des Wortes für Sprengkraft sorgt: der Glaube, im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein. Für religiöse Fundamentalisten ist es das Wissen um den richtigen Gott, für den Rassisten ist es die richtige Rasse, für den politischen Extremisten die richtige Form der Machtverteilung. Für Fanatiker gibt es keine Kompromisse und deshalb keine Toleranz. Denn abweichende Meinungen schaden dem einzig Richtigen. So werden die Menschen unterteilt in Anhänger und in Feinde. Und Feinde müssen bekämpft werden.
Sind Fanatiker an der Macht, streben sie nach umfassender Kontrolle – bis in die Familien hinein. »Es wurde ein System der Inquisition und Denunziation geschaffen«, sagt Piper mit Blick auf Savonarolas Kinderpolizei. Die ahnungslosen Kinder von Florenz sollten damals unter Savonarolas Regie auch ihre eigenen Eltern bespitzeln. Ein perfides Machtinstrument, dessen sich auch die Nazis oder die SED-Kader in der einstigen DDR bedienten. Den wohl schauerlichsten modernen Missbrauch von Kindern demonstriert der Einsatz von Kindersoldaten in den Kriegen Afrikas. Die Kinderpolizisten moderner Gottesstaaten nennen sich übrigens »Sittenwächter«, und sie tragen meist Bärte und Maschinenpistolen.
Die Denkstrukturen von Fanatikern sind immer gleich – egal, welcher Glaube oder welche Ideologie dahintersteht. So vereinfachen sie die komplexesten Probleme, um schnell Schuldige zu finden, gegen die der Zorn des Volkes gelenkt werden soll – seien sie Juden oder Palästinenser, Sunniten oder Schiiten, Tutsi oder Hutu, Homosexuelle oder Studenten. Das sind dann Staatsfeinde, Ungläubige, Verräter, vom Teufel Besessene; sie sind krank und andersartig, bringen Verderben.
Fanatiker treten stets wortgewaltig auf. Dabei arbeiten sie mit Emotionen statt mit Argumenten. Sie appellieren an Ängste, Missgunst und unterschwelligen Hass. Sie nutzen die Unerfahrenheit, den Aberglauben oder die fehlende Bildung ihrer Zuhörer. Savonarolas »apokalyptische Donnerreden« (Piper) zielten auf die Verkommenheit des Klerus, auf die Prunksucht der Stadt Florenz. Das kam gut an bei unzufriedenen Bürgern und bei den Armen – bei Menschen, denen Hungersnöte und Pest noch immer als das niedersausende »Schwert Gottes« erschienen. Zudem: Savonarola verkündete wahrlich gewagte Prophezeiungen. Und diese trafen tatsächlich alle ein. Für die Menschen der klare Beweis: Dieser Prophet hatte ihr Vertrauen verdient.
Fanatiker stärken ihre Überzeugungskraft dadurch, dass sie ihr eigenes Schicksal ins Feld führen. Sie haben Freunde oder Angehörige verloren durch die Hand des Feindes. Sie sind verarmt – weil andere reich sind. Sie wähnen sich zurückgewiesen von der Gesellschaft, die dann nur noch verachtenswert ist. Savonarola, äußerlich wenig attraktiv und als Student verspottet von seiner Angebeteten, fühlte sich alsbald angeekelt von der Lebensfreude seiner Zeit. Einer Lebenslust, die er nicht teilen konnte und schließlich auch nicht mehr teilen wollte. Genau daraus zog er seine Überzeugungskraft. Er hämmerte seine puristischen Botschaften mit leidenschaftlicher Inbrunst von der Kanzel herab. Dieser Mann war sich absolut sicher in dem, was er versprach. Also musste es wahr sein.
Pierre Antonetti erklärt den Dominikaner-Prediger denn auch zum »unangefochtenen Zeugen der Intoleranz«. Für Goethe war Savonarola ein »fratzenhaftes, fantastisches Ungeheuer«. Martin Luther, ein anderer Mönch, bekannte hingegen: »Ich verehre Savonarola als einen Heiligen.« Das sagte der Reformator noch Jahre nach dem Tod des Priors in Florenz.
Doch am Ende siegen die Gegenspieler des Hasspredigers. Savonarola – und das könnte ein weiteres Charakteristikum der Fanatiker sein – verschätzt sich: Zu mächtig sind seine Gegner, zu kompromisslos sein Verhalten. Er überspannt den Bogen. Der korrupte Papst Alexander VI. sieht seinen Lebenswandel und seine Machtposition bedroht, denn Savonarola und die Stadt Florenz verbünden sich mit dem Franzosenkönig Karl VIII., um Alexander abzusetzen. Der droht dem widerspenstigen Savonarola und allen Florentinern mit dem Bann, sollten die Bürger ihren Prediger weiter unterstützen.
Diese Gefahr besteht zu diesem Zeitpunkt aber schon nicht mehr, denn die Bürger sind mittlerweile genervt von den ständigen Strafpredigten des Dominikaners, von der Spitzelei seiner Kinderpolizei. Nun fürchten sie auch um ihre Geschäfte, um ihren Reichtum. Nein, mit so einem wie Savonarola sollte sich keiner mehr verbrüdern. Viele machen ihn auch für Hungersnot, Arbeitslosigkeit und die vielen Pest-Toten jener Zeit verantwortlich. Für Savonarola wird es brenzlig. Als der Papst ihn schließlich exkommuniziert, ist das auch das Fanal für Savonarolas Untergang.
Mit einem letzten Kraftakt versucht der verzweifelte Prediger am 7. April 1498 die göttliche Legitimation all seines Handelns zu beweisen. Er setzt eine makabre Feuerprobe an: Ein Mitglied des Dominikanerordens und ein Mönch der rivalisierenden Franziskaner sollen gemeinsam zwischen brennenden Wänden aus Holz hindurchgehen – eine Strecke von 30 Meter Länge. Wenn der Franziskaner in den Flammen umkommt und der Dominikaner überlebt, dann wäre damit eindrucksvoll demonstriert, dass Savonarola göttlichen Beistand genießt. Er wäre dann ein wahrer Prophet des Herrn.
Doch die streitenden Parteien gehen schließlich auseinander, ohne dass die Wände entzündet worden wären. Die Feuerprobe findet nicht statt. Warum dies so geschah, ist bis heute umstritten. Jedenfalls ist die Menge von ihrem Wunder-Prediger Savonarola nun maßlos enttäuscht. Antonetti: »Zahlreiche seiner Anhänger waren erschüttert durch seine Unfähigkeit, von Gott jene deutlichen Zeichen zu empfangen, die es erlaubt hätten, den Sieger klar zu bestimmen.«
Schon am folgenden Tag ist der Mob mobilisiert, und das letzte Kapitel beginnt. »Zu den Mönchen, zu den Mönchen, nach San Marco«, schreit das Volk, stürmt das Kloster und brennt es nieder. Savonarola und seine Getreuen werden verhaftet und lange gefoltert. Sein erpresstes Geständnis widerruft er später, es kommt zum inszenierten Prozess: Savonarolas Verurteilung wegen »falscher und verderblicher Lehren« steht da bereits fest. Schließlich wird das vom Papst verfügte Todesurteil gegen den »Ketzer« und zwei seiner Anhänger vollstreckt: Am 23. Mai 1498 werden alle drei unter dem Gejohle des Volkes auf der zentralen Piazza della Signoria in Florenz zuerst gehängt, dann verbrannt.
Antonetti hat die Berichte über Savonarolas letzte Stunde studiert: »Einen kurzen Augenblick sah man seinen erhobenen rechten Arm, den die Flammen vom Strick befreit hatten. Zwei Finger schienen sich ein letztes Mal zum Segen über die Menge zu erheben. Eine entsetzte und hasserfüllte Menge, in der die einen zum Gebet niederknieten, während die anderen weiterhin verbissen Steine auf die Leichen warfen.« Die Asche des »schwarzen Propheten« wurde in den Fluss Arno gestreut.
Welch unheimliche Wirkung er auf seine Zeitgenossen gehabt haben muss, lässt diese Tatsache erahnen: Savonarola, der Prophet der Diktatur Gottes, hatte das Drama seines eigenen Todes sieben Jahre zuvor minutiös vorausgesehen: »Die Gottlosen werden zum Heiligtum gehen, mit Axt und Feuer werden sie die Tore sprengen und verbrennen und die gerechten Männer gefangen nehmen und am Hauptplatz der Stadt verbrennen. Und was das Feuer nicht verzehrt und der Wind nicht fortbläst, wird ins Wasser geworfen.«
- Der Göttliche
- Renaissance-Sitten
- Niccolò Machiavelli
























