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Paulus

"Saul, warum verfolgst du mich?"

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Saulus, ein römischer Bürger aus Tarsus, hatte Jesus nie persönlich kennengelernt. Nach seiner wundersamen Bekehrung wurde der ehemalige Christenjäger zu Paulus, einem glühenden Verfechter der neuen Lehre. Doch welche Vorstellung hatte er vom Christentum?

Es geschah auf der Straße nach Damaskus. Saulus, der Christenverfolger, stürzte plötzlich zu Boden. Geblendet von einem überirdischen Lichtstrahl hörte er eine Stimme: »Saul, Saul, warum verfolgst du mich?« Ängstlich fragte Saulus: »Wer bist du, Herr?« Und die Stimme erwiderte: »Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf, und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst.« Saulus erhob sich, immer noch geblendet. Seine Begleiter mussten ihn nach Damaskus führen. Drei Tage lang war er blind, aß und trank nichts. Dann erbarmte sich Christus seiner: Er schickte einen seiner Jünger, der ihm die Hände auflegte und sagte: »Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg hierher erschienen ist; du sollst wieder sehen und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden.« In diesem Moment wich die Blindheit von Saulus – doch er war völlig verändert: Aus dem Christenfeind Saulus war der Apostel Paulus geworden.

Eine dramatische Geschichte mit weitreichenden Folgen – für Paulus selbst und für das ganze Abendland. Denn zum einen wurde er – dank der Begegnung mit Jesus – in den Kreis der Apostel aufgenommen und der erfolgreichste Missionar aller Zeiten. Zum anderen sollte seine Theologie die Entwicklung des Christentums über Jahrtausende prägen – Paulus ist quasi der Chefideologe der Christenheit, der Karl Marx der Kirche.

Wer war dieser Paulus? Wir wissen nicht viel über ihn. »Ein Mann, klein von Gestalt, mit kahlem Kopf und krummen Beinen, in edler Haltung mit zusammengewachsenen Augenbrauen und ein klein wenig hervorstehender Nase, voller Freundlichkeit.« Dies ist die älteste Beschreibung seiner Person, der Autor hat Paulus jedoch nie zu Gesicht bekommen – er lebte 100 Jahre später. Zahlreiche Details liefert die Apostelgeschichte, doch auch auf die ist kein Verlass – der Evangelist Lukas hat sie erst vier Jahrzehnte nach dem Tod des Missionars niedergeschrieben.

Die einzig zuverlässige Quelle sind die Briefe, die der Apostel an seine Gemeinden schrieb. In ihnen verrät er einiges über sich, sein Leben, seine Ideen und Ziele.
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Autor/in: Monika Weiner


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