Eine Theorie, die nicht praktisch im Leben Anwendung finden kann, ist wertlose Gedankenakrobatik.
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Kultur & Gesellschaft
Sagen Indianer wirklich »Hugh!«?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Ein Jesuit ist schuld. Der Reisende in Gottes Auftrag beschrieb 1636 eine Versammlung des Stamms der Huronen: »Nach jedem Redebeitrag antwortet die gesamte Versammlung mit einem langgezogenen Haaau.«
Jener Ausruf wurde bald zu einem Klischee für die Indianersprache, bei uns vor
allem dank Karl May. Der Autor von „Winnetou“ deutete das „Hugh“ um in: „Ich habe gesprochen“, um die wortkarge Entschlossenheit seines Helden zu unterstreichen.
Aus dem Indianerbild der „Weißen“ ist das Wort schon lange nicht mehr wegzudenken. So kommt es im Disneyfilm „Peter Pan“ ebenso vor wie im Schlager „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“.
Selbst in der antideutschen Propaganda des Ersten Weltkriegs fehlte es nicht: Der an die Front einberufene Cherokee-Indianer Jo Fixum wird mit den berühmt gewordenen Worten zitiert „Kaiser Wilhelm töten Kinder und töten Frau, so Jo Fixum werde finden diese Kaiser und stechen Bajonett mittendurch. Hugh!“
Ursprünglich hatte das Wort aber unterschiedliche Bedeutungen – zumal es eine einheitliche Indianersprache ebenso wenig gibt wie eine einheitliche europäische Sprache. In der Sprache der Sioux und einiger anderer Stämme ist „Hugh“ beispielsweise eine schlichte Grußformel, vergleichbar mit unserem heutigen „Hi“.

























