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Olympische Geschichte

Sabotage, Bestechung, miese Tricks

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Göttlicher Ruhm oder bittere Schande – wer bei den Olympischen Spielen der Antike antrat, konnte höchste Verehrung seiner Landsleute erlangen oder sich ihren schärfsten Spott zuziehen. Im Wettkampf griffen die Sportler zu allen Mitteln. Um Siege zu erringen oder die verehrten Helden zu sehen, reisten Athleten und Zuschauer aus Städten des gesamten Mittelmeerraums zu den Spielen nach Olympia.

Wenn ein Mann in Olympia im Hain des Zeus durch die Schnelligkeit seiner Füße siegt oder im Fünfkampf der Beste ist oder beim Ringen, oder wenn er die schmerzende Kunst des Faustkampfs beherrscht oder den furchtbaren Kampf, der Pankration heißt, dann bewundern ihn alle Bürger. Sie geben ihm Ehrenplätze bei allen Festen. Er erhält Essen aus öffentlichen Mitteln, außerdem noch ein Geldgeschenk oder ein Viergespann. Das alles bekommt ein solcher Mann, der das nicht so verdient, wie ich es verdienen würde. Wer solche Gesetze gab, war ziemlich dumm. Es ist ungerecht, Körperkraft höher zu schätzen als nützliches Wissen. Eine Stadt hat wenig davon, wenn einer ihrer Bürger in Olympia siegt. Sie wird dadurch nicht besser regiert, und ihre Korn-speicher werden dadurch nicht voll.«

Diese Tirade gegen Athleten und Olympiasieger stammt von dem griechischen Philosophen Xenophanes aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. Der Dramatiker Euripides ging ein Jahrhundert später noch weiter: Er forderte die Abschaffung der Olympischen Spiele, da sie die »wahren Tugenden« verdürben und politisch missbraucht würden.

Heute klingen solche Stimmen ebenso aktuell wie überraschend: Wenn es um das antike Olympia geht, sind wir schwärmerische Töne gewöhnt – besonders dieser Tage, da die Spiele wieder in dem Land stattfinden, wo sie einst tausend Jahre überdauerten, bis Kaiser Theodosius sie 393 n. Chr. als »heidnische« Wettkämpfe verbot. Anlässlich der Athener Spiele beschwören die Veranstalter das antike Olympia herauf – die Wiege des »olympischen Friedens« und des fairen Wettstreits um Ruhm und Ehre – unverdorben und unkommerziell.
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Autor/in: Katharina Kramer


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