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Roboter

Roboter und Mensch – ziemlich beste Freunde

In der Industrie sind Roboter mittlerweile unverzichtbar. Nun erobern sie zunehmend andere Bereiche. Im Haushalt werden uns die Humanoiden Arbeit abnehmen und den Alltag automatisieren.

 

Roboter-Glubschaugen: Sie erkennen das Alter eines Menschen und seine Stimmung. IURO könnte bald Senioren zur Hand gehen

Thomas Wagner-Nagy

Manche finden ihn befremdlich, andere staunen, aber alle schauen interessiert zu. Der Concept Robot der Firma ABB ist auf Messen wie der Automatica stets ein echter Hingucker.

Roboter und Mensch arbeiten zusammen

Der Roboter „sitzt“ mit einer jungen Frau am Tisch, die Bauteile montiert. Er ist so groß wie ein menschlicher Rumpf. Seine zwei Arme sind mit je sieben Achsen ausgestattet. Damit sind sie erheblich gelenkiger als menschliche Gliedmaßen. Die Bewegungen, die Mensch und Maschine ausführen, ähneln sich. Von Zeit zu Zeit stupst der Roboter seinen menschlichen Partner von der Seite an, als wolle er nach einem Bauteil fragen.

Auf ein zehntel Millimeter genau arbeitet der Roboter. Mit dieser Feinmotorik könnte er Handys montieren, versichert ABB-Produktmanager Christian Goy. Seine Entwickler wollen die Präzision weiter verbessern, um noch filigranere Arbeiten zu ermöglichen.

Roboter verzichten auf Mittagspausen

In zwei Jahren soll der Concept Robot marktreif sein. Pilotprojekte mit Prototypen laufen derzeit in China und Schweden. „Das Besondere ist, dass hier Mensch und Maschine Hand in Hand zusammenarbeiten. Solche Roboter sollen künftig Menschen bei ihrer Arbeit unterstützen,“ hofft Christian Goy, und: „Der Roboter kann niemals so viel Kraft aufbringen, dass er damit einen Menschen verletzen würde.“

Der elektrische Montagehelfer wiegt etwas über 30 Kilogramm. Alle Komponenten sind im Inneren untergebracht, so dass der Concept Robot mobil ist und an unterschiedlichsten Arbeitsplätzen seinen Job erledigen kann. Dorthin muss ihn allerdings sein Kollege aus Fleisch und Blut tragen. Dafür verzichtet der Roboter auch auf seine Mittagspause.

 

Mensch und Roboter arbeiten um die Wette: Die Maschine arbeitet auf ein zehntel Millimeter genau

 

Thomas Wagner-Nagy

Intelligent automatisieren

Ein Rundgang auf der Automatica zeigt, wohin der Weg der Robotik führt. Am Stand des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA ist ein Greifarm in Aktion. Dieser erkennt automatisch die Position ungeordneter Bauteile in einer Kiste. Eine Zange greift nach den Teilen und sortiert sie.

Solche intelligenten Systeme sind für die moderne Industrie unverzichtbar, denn sie sparen Zeit und Kraft. Roboter sollen künftig allgegenwärtig in unserem Alltag werden. Sie sollen von alleine lernen und auf Menschen individuell eingehen.

Roboter erkennen Emotionen

Ein solcher intelligenter Helfer könnte der Interactive Urban Robot (IURO) sein. Wenn IURO mit seinen großen Glubschaugen das Gesicht seines Gegenübers fixiert hat, erhält dieser sogleich eine Alterseinschätzung – mal mehr, mal weniger schmeichelhaft. Zudem erkennt eine auf dem Kopf angebrachte Kamera auch Emotionen und unterscheidet einen fröhlichen von einem gleichgültigen, erstaunten oder traurigen Gesichtsausdruck.

Dafür ist eine feinfühlige Sensorik nötig. Sie scannt das Menschengesicht ab und vergleicht es mit anderen. Im Abgleich mit der Datenbank wird das Alter und der seelische Zustand des menschlichen Partners ermittelt. Diese emotionale Intelligenz von Robotern ist nötig, wenn er sinnvoll mit Menschen kommunzieren will. Dazu muss er wissen, ob dieser jung oder alt ist und in welcher Stimmung er sich befindet. 

Auf vier Rädern rollt der humanoide Roboter umher. Ziel ist, auf lange Sicht einen intelligenten Helfer zu bauen, der auch mit ganz normalen Alltagssituationen zurechtkommt. IUROs Nachfolger sollen autonom durch Fußgängerzonen fahren und dabei Passanten nach dem richtigen Weg fragen können.

Roboter packen mit im Haushalt an

Der Roboter ist allerdings noch im Anfangsstadium. Ein Bordstein ist momentan ein unüberwindbares Hindernis. Bald schon könnten IURO und seine Kollegen den Alltag älterer Menschen vereinfachen, indem sie im Haushalt mit anpacken und auf Abruf Gegenstände holen.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.8 (5 Bewertungen)
19.06.2012


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