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Der Bazillen-Jäger

Robert Koch

Dieser Artikel stammt aus P.M. Biografie
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Robert Koch erkannte Mikroorganismen als Ursache tödlicher Krankheiten und trug wesentlich zu deren Eindämmung bei. Selbst war der geniale Forscher weder gegen Eitelkeit noch gegen Profitsucht immun. Er gilt als Urheber des ersten Pharma-Skandals der Geschichte.

Mucksmäuschenstill wurde es am 4. Oktober 1890 im Zuschauerraum des Berliner Zirkus Renz. Gebannt starrten die über 5500 Ärzte aus aller Welt auf das Podium zu Füßen einer vier Meter hohen Aeskulap-Statue am Rand des Zirkusrunds. Die Arena war eigens für diesen 10. Internationalen Medizinischen Kongress zum antiken Tempel umgestaltet worden. Hinter dem Gott der Heilkunst zeigte ein Kolossalgemälde die wiederhergestellten Caracalla-Thermen in Rom. Als der Redner zum Ende seines Vortrags kam, hielten die Mediziner den Atem an: Robert Koch, Direktor des Hygiene-Instituts der Berliner Universität, wollte „über noch nicht abgeschlossene Versuche eine Mitteilung“ machen. Nach langem Suchen, so führte der Professor aus, habe er ein Heilmittel entdeckt, das „nicht nur im Reagenzglas, sondern auch im Tierversuch das Wachstum der Tuberkelzellen aufzuhalten imstande ist“.

Acht Jahre zuvor hatte der Forscher das stäbchenförmige Mycobacterium tuberculosis entdeckt. Und jetzt das! Großartig! Schon lange wartete die Menschheit auf ein Heilmittel gegen die Geißel TBC, auf deren Konto allein in Deutschland am Ende des 19. Jahrhunderts jeder zweite Todesfall in der Altersgruppe der 15- bis 40-Jährigen ging.
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Autor/in: Christine Schulz


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