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Zeitreise
Reisen wir bald durch die Zeit?
Gut möglich, sagen manche Physiker schon heute - zumindest im kleinen Stil. Allerdings bereitet ihnen der Weg in die Vergangenheit noch Probleme. Aber auch dafür haben sie schon eine Idee.
Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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Eine vertane Chance, ein unnötiger Streit mit den Eltern, ein verkorkstes Bewerbungsgespräch: Von Zeit zu Zeit möchte wohl jeder gerne in die Vergangenheit reisen und ein paar Dinge geraderücken. Doch das Leben ist unerbittlich, es kennt nur eine Richtung, ein Zurück gibt es nicht. Noch nicht. Denn je länger Forscher über die Möglichkeit von Zeitreisen nachdenken, desto optimistischer werden sie. Wie zum Beispiel Lawrence Krauss: "Meinen Studenten bläue ich immer ein: Wenn im Universum etwas nicht explizit verboten ist, wird es auch passieren." Reisen wir also bald durch die Zeit? Zumindest der Trip in die Zukunft ist keine Science Fiction mehr, er wurde schon hundertfach angetreten. Rekordhalter ist derzeit der Russe Sergej Krikaljow, der seiner Zeit um stolze 0,02 Sekunden vorauseilte. Wie das geht? Für zwei Menschen kann die Zeit unterschiedlich schnell vergehen, sie müssen sich nur bewegen. Denn nach Einsteins spezieller Relativitätstheorie vergeht die Zeit umso langsamer, je schneller ein Objekt ist. Krikaljow nutzte genau diesen Trick, umkreiste über 800 Tage lang den Globus mit einer Geschwindigkeit von 28.000 Kilometern pro Stunde und alterte langsamer als seine irdischen Beobachter. Bislang ist es nur ein kleiner Effekt, selbst Raumkapseln sind zu langsam. Können Menschen jedoch eines Tages mit Lichtgeschwindigkeit zu dem nächstgelegenen Stern durchs All sausen, werden an Bord ihrer Raumschiffe lediglich einige Minuten vergehen.
Von der Erde aus betrachtet, würde diese Reise dagegen vier Jahre dauern. "Der Astronaut wäre Jahre in die Zukunft geflogen", erklärt der amerikanische Wissenschaftler Michio Kaku in seinem Buch "Die Physik des Unmöglichen". Reise durch ein Wurmloch Nicht nur die Geschwindigkeit eines Körpers beeinflusst die Zeit, sondern auch die Gravitation in seiner Umgebung. Und hier kommt die allgemeine Relativitätstheorie ins Spiel. Sie beschreibt die Wechselwirkung zwischen Materie, Raum und Zeit. Entfernt man sich etwa immer weiter von der Erde, wird nicht nur die Schwerkraft kleiner, auch auf die Zeit wirken sich die neuen Verhältnisse aus. Überprüfen lässt sich das schon an sehr kleinen Abständen. Eine Gruppe von Forschern des Nationalen Institutes für Standards und Technologie (NIST) in Colorado zeigte im Jahr 2010 mit sensibelsten Messmethoden, dass die Zeit schneller vergeht, wenn man eine Treppenstufe hochgeht, weil sich die Gravitation ändert - eine Art Mini-Zeitreise in die Zukunft. Schwieriger, dafür umso interessanter, ist der lange Weg zurück in die Vergangenheit. Die meisten Wissenschaftler stehen der Möglichkeit skeptisch gegenüber. Dennoch haben sie ein paar physikalische Hintertüren gefunden, die sie zumindest denkbar macht. "Einstein hat mit der Relativitätstheorie gezeigt, dass sich die Zeit wie ein Fluss im Universum verändert. Beim Vorbeischlängeln an Sternen oder Galaxien wird sie mal schneller und mal langsamer", sagt Kaku. Abhängig von Geschwindigkeit und Gravitation. Zumindest theoretisch könnte dieser Zeitfluss sogar so umgeleitet werden, dass Teile von ihm in sich selbst münden.
- Kosmisches Drama
- P.M. Interview: Michio Kaku
- Astronomie

























