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Radio der Zukunft
Rauschen war gestern
Fast 80 Prozent der Deutschen hören Radio, etwa drei Stunden täglich. Viele bleiben ihren alten UKW-Empfängern treu - dabei bieten Digitalradio und Internetradio viel mehr.
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Jeder Autofahrer kennt das: Man hört unterwegs Radio - und plötzlich beginnt es zu rauschen. Auf welcher neuen Frequenz findet man den Sender wieder? Oder soll man ihn gar nicht suchen, sondern erst einmal abwarten, ob der Empfang nur vorübergehend gestört ist? Solche Fragen müssen sich die Besitzer von Digitalradios nicht mehr stellen. Rauschen, Knistern, Knarzen, das war gestern. Im alten UKW-Radio. Heute dagegen: ungestörter Empfang, reiner Klang, kein Grundrauschen und eine höhere Dynamik. Das heißt, leise Klaviertöne und laute Bässe klingen digital besser als auf UKW. Digitalradios unterscheiden sich äußerlich kaum von herkömmlichen stationären oder tragbaren Radiogeräten. Auch sie holen sich ihre Programme über eine ganz normale Stabantenne oder Autoantenne. Aber im Inneren sind sie eigentlich keine Radios, sondern Computer. Anstelle von Tonsignalen empfangen sie codierte Daten, die sie entschlüsseln und zu Musik oder Wortbeiträgen verwandeln. Doch auf einer digital genutzten Funkfrequenz lässt sich noch viel mehr unterbringen. Schon einfache Digitalradios (ab 50 Euro) zeigen auf einem kleinen Display, welcher Sender eingeschaltet ist und wer hier gerade singt, moderiert oder diskutiert. Größere Modelle bilden zusätzlich farbige Plattencover ab und präsentieren den Wetterbericht oder aktuelle Fußballergebnisse. Und bei manchen Geräten kann man sogar Livesendungen »zurückspulen«: Das soeben Gehörte lässt sich auf Knopfdruck etwa eine Viertelstunde lang speichern und erneut anhören.
Jedes Gerät sucht sich seine Sender selbst, man muss also nicht mehr wissen, ob das Lieblingsprogramm auf Welle 98,5 oder auf 89,5 läuft. Alles, was verfügbar ist, sieht man mit Namen aufgelistet und erweckt es per Knopfdruck zum Leben. Am 1. August sind in Deutschland zwölf bundesweite Digitalsender an den Start gegangen, darunter der Deutschlandfunk, Klassik Radio, Kiss FM und Radio Energy . Ein Highlight für Fußballfans ist der Sender 90elf: Auf fünf unterschiedlichen Kanälen überträgt er bis zu fünf Bundesliga-Spiele gleichzeitig live. Wer von einer Live-Reportage zur nächsten umschaltet, sieht auf dem Display sofort den aktuellen Spielstand (»Wolfsburg – FC Bayern, 0:0, 24. Minute«). Im Auto kann man die bundesweiten Digitalsender von Bayern bis Schleswig-Holstein hören, ohne unterwegs die Frequenz wechseln zu müssen. »Ich habe mein altes Autoradio gegen ein Digitalradio getauscht, und die Empfangsqualität ist jetzt viel besser«, sagt Ingrid Mitterhummer, die beim Bayerischen Rundfunk die »Technische Information« leitet. Wer nicht wie sie ein digitales Autoradio besitzt, kann auch für rund hundert Euro einen Adapter kaufen und ihn wie ein Navi an der Frontscheibe anbringen (zum Beispiel den »Highway« von Pure). Er sucht sich eine freie Frequenz, die man auch im UKW-Autoradio einstellen muss, und schon kann man Digitalradiosender hören. Auch MP3-Spieler lassen sich mit dem Adapter kabellos ans Autoradio anschließen.
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