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Immer unterwegs

Rastlose Herrscher des Mittelalters

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Sie residierten nicht in einer Hauptstadt, sie zogen von Pfalz zu Pfalz und sorgten überall selbst für Recht und Ordnung. Nicht immer empfing man sie mit offenen Armen, denn das kaiserliche Gefolge ließ sich aufwändig verköstigen und unterhalten.

Wer durch die malerische Altstadt von Goslar schlendert, stößt im Südwesten auf ein Haus mit großer Vergangenheit: die berühmte Kaiserpfalz. Im 12. Jahrhundert unter Kaiser Friedrich Barbarossa vollendet, sind von der Anlage heute noch zwei Bauwerke zu sehen, die jede Pfalz (von lateinisch palatium = Palast) auszeichneten: Neben der gemauerten Kapelle blieb vor allem das langgestreckte Hauptgebäude, der Palas, erhalten. Durch seine romanischen Fensterbögen fällt das Licht in den prächtigen Königssaal, in dem einst rauschende Feste gefeiert wurden. Mit 50 Meter Länge übertrifft er alle ähnlichen Bauten des deutschen Mittelalters. Der Königsthron, der hier einmal stand, ist allerdings verschwunden, ebenso die Wirtschaftsgebäude der Pfalz, die Ställe, Werkstätten und Küchen, die den Herrscher und sein Gefolge damals zu versorgen hatten. Sie bildeten den Rahmen für einen autarken Königssitz.

Über den weitläufigen Vorplatz, der einst von einer Mauer umgeben war, wacht Kaiser Barbarossa höchstpersönlich, im 19. Jahrhundert in Bronze gegossen und hoch zu Ross. Sein Standbild erinnert an jene glanzvolle Zeit, als das Umland des Harzes zu den bedeutendsten Regionen des »Heiligen Römischen Reiches« gehörte (der Zusatz »Deutscher Nation« stammt aus dem 15. Jahrhundert). Im hohen Mittelalter war Goslar dank seiner Silberminen reich und mächtig. Damals fühlten sich hier nicht nur die Bürger wohl, sondern auch Könige und Kaiser – denn mit der Pfalz stand ihnen alles zur Verfügung, was sie für ein standesgemäßes Leben benötigten. Dennoch hielten sie sich hier meistens nur ein paar Tage pro Jahr auf, dann zogen sie weiter, zu ähnlichen Stätten, die zu Dutzenden über das Reichsgebiet verteilt lagen. Alle Strapazen, die das Reisen mit sich brachte, nahmen sie dabei klaglos in Kauf. Eine paradoxe Situation?
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