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Rassistische Botschaften in Tim und Struppi?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Rassistische Botschaften in Tim und Struppi?Rassistische Botschaften in Tim und Struppi?

1949 erschien »Tim und Struppi im Sonnentempel«, das 13. Abenteuer des legendären Teams. Zu dieser Zeit war Autor Hergé rehabilitiert, aber ganz ist die Kritik um seine Person nie verstummt. Doch jetzt wurde er posthum vom Dalai Lama für »Tim in Tibet« geehrt.

Mehr als 200 Millionen Mal wurden die Abenteuer von »Tim und Struppi« (dem schlauen Reporter und seinem cleveren Hund) verkauft. Der Vater der Comic-Helden, Hergé (eigentlich hieß er Georges Remis), wird in seiner Heimat Belgien wie ein Nationalheiliger verehrt. Am 22. Mai würde Hergé hundert Jahre alt.

Doch trotz des Riesenerfolges stand der Zeichner immer wieder in der Kritik: Die Darstellungen in »Tim und Struppi« seien rassistisch und Hergé selbst habe während des Zweiten Weltkrieges mit den Nazis sympathisiert. 1929 erschien die erste Folge von »Tim im Lande der Sowjets« in der Beilage einer katholisch-konservativen Brüsseler Tageszeitung. Darin lässt Hergé kein gutes Haar an den Bolschewiken.

Als Jahre später seine Comics überarbeitet wurden, hat Hergé eine Neuedition dieses ersten Bandes verboten. Auch im zweiten Album, das Tims Abenteuer im damals belgisch besetzten Kongo beschreibt, greift Hergé tief in die Klischee-Kiste: rückständige »Neger« auf der einen Seite, auf der anderen der weiße Alleskönner Tim. In seinen weiteren Bänden bemühte sich der Künstler dann aber um ein realistisches Bild fremder Kulturen. Er befragte Forscher und Wissenschaftler und reiste nach Möglichkeit selbst zu den Schauplätzen seiner Geschichten.

Als Belgien von den Nationalsozialisten besetzt war, arrangierte sich Hergé mit der Zensur. Nach Kriegsende wurde er als angeblicher Kollaborateur kurzzeitig mit einem Publikationsverbot belegt. Alles in allem werden »Tim und Struppi« heute eher Werte wie Toleranz und Völkerverständigung zugeschrieben, als Fremdenfeindlichkeit. So zeichnete der Dalai Lama kürzlich Hergé posthum aus, da er mit dem Band »Tim in Tibet« (1960) vielen Lesern die Kultur des Himalaja-Landes erstmals näher brachte.

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