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Der Schwarzseher
Rätselhafter Nostradamus
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Die dunklen Verse des Franzosen gelten für viele noch heute als Visionen kommender Katastrophen. Einige Vorhersagen sollen auch schon eingetreten sein. Doch was ist dran an seinen Weissagungen?
Sein Mythos gründet sich auf den 1555 veröffentlichten Vierzeiler Nummer 1:35 des Pestarztes, Astrologen und Schriftstellers Michel de Nostredame, genannt Nostradamus. Dort heißt es, ins Deutsche übertragen: »Der junge Löwe überwindet den alten/auf dem Schlachtfeld in einem einzigen Duell./Im goldenen Käfig sticht er ihm die Augen aus./Zwei Klassen eine, dann wird er einen grausamen Tod sterben.«
Und was geschah? Am 30. Juni 1559 beteiligte sich der französische König Heinrich II. in Paris, während der Feier des Friedensvertrags mit den Habsburgern, an einem Turnier. Die Lanze seines Gegners durchbrach Heinrichs Visier und drang durch sein rechtes Auge ins Gehirn. Der König starb zehn Tage später an seiner Verletzung. Und das alles hatte der große Prophet vier Jahre zuvor vorausgesehen!
Hat er das wirklich? Tatsächlich war Heinrich der Ältere und Montgomery der Jüngere. Dennoch stimmt vieles nicht, und man kann Nostradamus eine gewisse »Sehschwäche« attestieren: Heinrichs Gegner, der Graf von Montgomery und Kapitän der Schottischen Garde, hatte keinen Löwen im Wappen, sondern einen Hahn. Zudem hatte Nostradamus seine Sammlung von Vierzeilern damals König Heinrich II. gewidmet und ihm dabei ein langes Leben gewünscht (als »Seher« also vorausgesagt). Und: Kein zeitgenössischer Chronist stellte eine Verbindung her zwischen der »Vorhersage« des Nostradamus und dem Tod des Königs. Dies tat erst César im Jahr 1614, der Sohn des Nostradamus und Herausgeber seiner Vierzeiler. Der Nostradamus-Schüler Jean-Aimé de Chavigny hatte in seiner Interpretation der Nostradamus-Schriften 1594 einen ganz anderen Vers für den Tod Heinrichs II. benannt, nämlich den mit der Nummer 3:30. Doch genug davon.
Was hat es mit den in zehn Hundertschaften (»Centurien«) zusammengefassten Vierzeilern (»Quatrains«) auf sich?
Sein Mythos gründet sich auf den 1555 veröffentlichten Vierzeiler Nummer 1:35 des Pestarztes, Astrologen und Schriftstellers Michel de Nostredame, genannt Nostradamus. Dort heißt es, ins Deutsche übertragen: »Der junge Löwe überwindet den alten/auf dem Schlachtfeld in einem einzigen Duell./Im goldenen Käfig sticht er ihm die Augen aus./Zwei Klassen eine, dann wird er einen grausamen Tod sterben.«
Und was geschah? Am 30. Juni 1559 beteiligte sich der französische König Heinrich II. in Paris, während der Feier des Friedensvertrags mit den Habsburgern, an einem Turnier. Die Lanze seines Gegners durchbrach Heinrichs Visier und drang durch sein rechtes Auge ins Gehirn. Der König starb zehn Tage später an seiner Verletzung. Und das alles hatte der große Prophet vier Jahre zuvor vorausgesehen!
Hat er das wirklich? Tatsächlich war Heinrich der Ältere und Montgomery der Jüngere. Dennoch stimmt vieles nicht, und man kann Nostradamus eine gewisse »Sehschwäche« attestieren: Heinrichs Gegner, der Graf von Montgomery und Kapitän der Schottischen Garde, hatte keinen Löwen im Wappen, sondern einen Hahn. Zudem hatte Nostradamus seine Sammlung von Vierzeilern damals König Heinrich II. gewidmet und ihm dabei ein langes Leben gewünscht (als »Seher« also vorausgesagt). Und: Kein zeitgenössischer Chronist stellte eine Verbindung her zwischen der »Vorhersage« des Nostradamus und dem Tod des Königs. Dies tat erst César im Jahr 1614, der Sohn des Nostradamus und Herausgeber seiner Vierzeiler. Der Nostradamus-Schüler Jean-Aimé de Chavigny hatte in seiner Interpretation der Nostradamus-Schriften 1594 einen ganz anderen Vers für den Tod Heinrichs II. benannt, nämlich den mit der Nummer 3:30. Doch genug davon.
Was hat es mit den in zehn Hundertschaften (»Centurien«) zusammengefassten Vierzeilern (»Quatrains«) auf sich?
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