Diese Seite bookmarken:

Diese Seite bookmarken

Kultur & Gesellschaft

Pokern im Internet – wie geht das, und wie gefährlich ist es?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
Hier geht's zum aktuellen Heft »

Pokern im Internet – wie geht das, und wie gefährlich ist es?Pokern im Internet – wie geht das, und wie gefährlich ist es?
iStockphoto

Weltweit sitzen schon rund fünf Millionen Spieler am virtuellen Pokertisch und träumen vom großen Geld.

Seit sich der Amerikaner Chris Moneymaker (er heißt wirklich so!) mit einem Einsatz von 40 Dollar in einem Internet-Casino zweieinhalb Millionen Dollar erspielt hat, versuchen immer mehr Menschen ihr Glück am virtuellen Pokertisch. Auch in Deutschland, wo Online-Poker um Geld eigentlich verboten ist, sind schätzungsweise 70000 Zocker regelmäßig bei Online-Betreibern wie Partypoker, Pokerroom oder Pokerstars zu Gast.

Die benötigte Software, mit der man sich einloggen kann, lässt sich meist kostenlos herunterladen. In den »Pokerrooms« werden die verschiedensten Pokerarten gespielt, mit Einsätzen zwischen wenigen Cent und Hunderten von Dollar. 2005 setzten Web-Zocker an Pokertischen insgesamt rund 60 Milliarden Dollar ein. Die Online-Betreiber verwalten die Einsätze und zahlen die Gewinne aus. Dabei behalten sie einen Teil als Kommission ein und machen damit ein gutes Geschäft.

Wer die Regeln des Spiels nicht recht kennt, dem hilft eine Software, die zum Beispiel anzeigt, wer als nächster setzen muss. Das berühmte Pokerface hilft beim Online-Spielen nicht; aus den virtuellen Gesichtern lassen sich keine Gefühlsregungen ablesen. Weit mehr als beim »realen« Spiel zählen ein gutes Blatt und analytische Fähigkeiten.

Da sich die einzelnen Spielverläufe auch im Nachhinein checken lassen, haben abgekartete Spiele zwischen zwei Zockern keine Chance. Schwieriger zu erkennen ist, ob sich hinter der Pixelfigur auf dem Bildschirm ein realer Mensch oder ein so genannter Poker-Bot, eine selbstständig agierende Software, verbirgt.

Solche Programme sind in den Pokerrooms verboten. Sie zocken für ihren Besitzer rund um die Uhr und ziehen vor allem Anfängern sehr gekonnt das Geld aus der Tasche. Nur gegen Profis haben sie wenig Chancen, da sie – anders als ein Schachcomputer – nur die eigenen Karten kennen, also nicht alle notwendigen Informationen besitzen, um einen optimalen Spielzug zu berechnen.

Die Gefahr beim Online-Poker besteht übrigens nicht nur darin, abgezockt zu werden und zu verlieren. Da jegliche soziale Kontrolle fehlt, die Spieler anonym agieren und jederzeit sofort (mit-)spielen können, liegt im virtuellen Zocken ein riesiges Suchtpotenzial.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4 (1 Bewertung)


Weitere Fragen aus Kultur & Gesellschaft:

Einsortiert unter:

Glücksspiel  /  Internet  /  Pokern  /  Pokerroom  /  Spielen  /  Spielsucht