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P.M. Special CeBIT

Online die Welt retten

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Online die Welt rettenOnline die Welt retten

Jetzt kann jeder helfen – im Kampf gegen Krebs, bei der Suche nach Außerirdischen und bei der Berechnung von Klimamodellen. Denn durch die Vernetzung vieler kleiner Computer entsteht gewaltige Rechenkraft – und bisher Unlösbares wird lösbar.

W ie wollen Sie in die Geschichte eingehen? Indem Sie helfen, Aids oder Krebs zu heilen? Oder als erster Mensch, der Signale von Außerirdischen empfängt? Egal, für was Sie sich entscheiden, schalten Sie einfach Ihren Computer ein, und warten Sie ab. Der Rechner erledigt die Arbeit allein! Die Idee nennt sich »verteiltes Rechnen«. Viele PCs arbeiten zusammen an einem Problem – nach dem Motto: Wenn ein Maurer 100 Tage braucht, um ein Haus zu bauen, dann schaffen es 100 Maurer an einem Tag. Nach diesem Prinzip wird eine große Datenmenge in kleine Pakete aufgeteilt, die von normalen Rechnern zu verdauen sind.

Das entsprechende Programm – Client genannt – muss man nur auf seinen
internetfähigen PC herunterladen. Der Rest läuft weitgehend automatisch ab: Während man am PC tippt oder durchs Web braust, nutzt der installierte Client die nicht benötigten Ressourcen des Computers, um an einem vorgegebenen Problem zu arbeiten. Von dem Programm selbst merkt man nichts: Es läuft verborgen im Hintergrund. Lediglich beim Blick in die Taskleiste wird man erinnert, dass der PC gerade das kosmische Rauschen nach intelligenten Signalen durchforstet oder nach einem Krebsmittel sucht. Und dann hat man das Gefühl, an etwas Großem teilzunehmen – mit denkbar kleinem Einsatz.

Proteinfaltung
Bei dem Projekt Folding@home der Stanford University kann man helfen, die aufwendigen Simulationen zur Erforschung der Proteinfaltung zu beschleunigen. Von den Ergebnissen erhoffen sich Forscher neue Wege bei der Behandlung vieler Krankheiten, wie etwa Alzheimer, BSE, Creutzfeldt-Jakob oder Krebs.

Proteinfaltung:
folding.stanford.edu

Klima-Simulation
Das Experiment englischer Universitäten und Behörden ruft dazu auf, ein bestimmtes Klimamodell auf dem PC zu installieren und es über ein Jahr oder länger laufen zu lassen. So werden Hunderttausende von Klimamodellen durchgerechnet, um ein realistisches Szenario des Klimas in 50 Jahren zu erstellen.

Klima-Simulation:
www.climateprediction.net/info/join.php

Suche nach Außerirdischen
Das Projekt Seti@home der University of California in Berkeley durchsucht Radiosignale aus dem All nach möglichen Botschaften fremder Intelligenzen. Die Signale werden vom weltgrößten Radioteleskop in Arecibo (Puerto Rico) aufgezeichnet, in kleine Datenpakete zerteilt und zu bislang 2,8 Millionen Teilnehmern in 226 Länder geschickt.

Seti:
setiathome.ssl.berkeley.edu

Börsen-Prognosen
MoneyBee ist ein wirtschaftswissenschaftliches Experiment, um die Entwicklung von Aktienkursen vorherzusagen. Dazu bedient sich MoneyBee künstlicher Intelligenz und erstellt Prognosen aus Daten über den bisherigen Kursverlauf. Jeder Teilnehmer kann die Vorhersagen privat nutzen.

Börsen-Prognosen.
de.moneybee.net/index.asp

Tier- und Umweltschutz
Das Projekt LifeMapper der University of Kansas simuliert
die Ausbreitung von Tier- und Pflanzenarten in Abhängigkeit von geografischen und klimatischen Bedingungen. Damit hilft es Wissenschaftlern, die Auswirkungen des menschlichen Einflusses auf die Natur abzuschätzen.

Tier- und Umweltschutz:
www.lifemapper.org

Aidsbekämpfung
Das Projekt FightAids@home will neue Wirkstoffe im Kampf um Aids finden. Mithilfe biochemischer Simulationen testet die Software Aminosäure-Moleküle, die das Aids-Virus blockieren können. Denn Forscher müssen sich mit einer Milliarde HIV-Mutanten herumschlagen.

Aidsbekämpfung:
fightaidsathome.scripps.edu

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Autor/in: Joseph Scheppach


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