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Physik am Küchentisch
Ohne Waage wiegen
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Man kann das Gewicht eines Körpers auch anders bestimmen als mit einer Waage.
Nehmen wir je eine Dose Cola und eine Dose Cola light. Wenn Sie die beiden Dosen in die Hand nehmen, spüren Sie keinen Gewichtsunterschied. Stellen Sie die beiden Dosen auf eine haushaltsübliche Waage, werden Sie wahrscheinlich auch keinen Unterschied feststellen können.
Nehmen wir nun zwei leere und durchsichtige Kunststoffflaschen, schneiden den oberen Teil ab und füllen die beiden Flaschen rund zur Hälfte mit Wasser an.
Dann legt man die beiden Dosen jeweils in eine Flasche. Die Cola-Dose wird untergehen, während die Light-Dose schwimmen wird. Sollte das Experiment nicht funktionieren, so möge man es bitte nochmals mit anderen Dosen ausprobieren.
In beiden Dosen befindet sich gleich viel Flüssigkeit – aber die Flüssigkeiten sind unterschiedlich dicht. Im normalen Softgetränk befindet sich Wasser mit Zucker und den Aromastoffen, während sich im Light-Getränk nur Wasser mit Aromastoffen und einem Süßstoff befindet. Der Zucker kann sich im Wasser so gut auflösen, dass es kaum zu einer Volumenszunahme kommt. Damit ist das zuckerhaltige Wasser schwerer als das Wasser mit dem Süßstoff – der wiegt fast nichts.
Die Idee, Gegenstände in eine Flüssigkeit einzutauchen und damit zu wiegen, geht übrigens auf den Naturgelehrten Archimedes zurück.
Und was lernen wir aus dem Ganzen? Will man an einem heißen Sommertag Getränkedosen im Badesee kühlen, sollte man darauf achten, ob es Light-Produkte sind oder nicht: Wenn es keine Light-Getränke sind, werden sie auf Nimmerwiedersehen im See verschwinden.
Werner Gruber ist Physiker und Buchautor
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