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P.M. HISTORY Kommentar

Notstandsgebiet Pompeji

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Seit über 200 Jahren sind die Ruinen Wind und Wetter ausgesetzt. Die Folge: bröckelnde Fassaden und wucherndes Unkraut. Droht Pompeji ein zweiter Untergang?

Gabriella schaut streng in die Runde. »Bitte immer in meiner Nähe bleiben und zügig gehen. Sonst verlieren wir uns.« Die antike Straße mit den Trittsteinen, die Fußgängern zum Überqueren dienen, führt von der Porta Marina über das Amphitheater leicht bergan. Droben wartet das Forum; und links steht das Haus mit den in Gips gegossenen Leichen der 79 n. Chr. vom Vesuvausbruch überraschten Pompejaner sowie das legendäre Bordell, an dessen Wänden Fresken verschiedene Liebestechniken zeigen. »Das war ein Service für die der lateinischen Sprache nicht mächtigen Kunden, die nur auf das entsprechende Bild zeigen mussten, um der Hetäre ihre Wünsche mitzuteilen.«

Ein Wissen, das Gabriela – wie die vielen anderen Touristenführer – während ihrer etwa zweistündigen Führung über einen Teil der Ruinen von Pompeji Besuchern aus aller Welt nahebringt. Über 2,5 Millionen sind das jährlich – von denen sich nicht wenige wundern, wie ungeschützt doch die alten Bauwerke und Fresken sind, von dem einen oder anderen Hundehaufen auf den antiken Steinplatten mal abgesehen. Doch dieses Schicksal teilt Pompeji, als größte zusammenhängende Stadtruine der Welt 1997 von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen, mit vielen Bauwerken. Sicher kein Grund, den Notstand über das Touristengebiet zu verhängen, wie das die Regierung Silvio Berlusconi vor wenigen Monaten tat.
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Autor/in: Michael Seewald


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