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Chinas Heilkunde

Nie mehr krank mit Yin & Yang

Enttäuscht von der westlichen Medizin suchte die P.M.-Autorin Nele Husmann in New York Hilfe bei einem chinesischen Arzt. Ein Selbstversuch mit verblüffenden Einsichten und Folgen.

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Nie mehr krank mit Yin & YangNie mehr krank mit Yin & Yang

Panik kommt auf. Seit drei Wochen quält mich eine eitrige Nagelbettentzündung am Mittelfinger. Bislang schlägt kein Antibiotikum an. Die Chirurgin hatte die sensible Haut großzügig eingeschnitten, um Eiter abfließen zu lassen. Seitdem haben sich auf der Rückseite des Fingers weitere recht große Eiterpickel gebildet. Die Gewebeproben sind aus dem Labor ohne Befund zurückgekommen. Der nächste Schritt wäre die Entfernung des Fingernagels – Erfolg ungewiss. In Manhattans beliebtem Café »Au Pain Quotidien« klage ich meiner deutschen Freundin Melanie mein Leid. Offenbar mit vor Angst schriller Stimme, denn eine Dame vom Nachbartisch schaltet sich ein – ebenfalls auf Deutsch, auch sie lebt seit langem in der Stadt: »Der Nagel muss nicht raus. Gehen Sie zu meinem chinesischen Arzt nach Chinatown. Der wird Sie heilen.«

Ich bin verblüfft – wie kann sie so sicher sein? Sie erzählt, dass sie eine faustgroße Geschwulst am rechten Knöchel gehabt hat, die in einer für die Beweglichkeit des Fußes gefährlichen Operation entfernt werden sollte. Stattdessen ging sie zu dem Chinesen. Ein Jahr später war die Geschwulst weg – durch eine Behandlung mit chinesischen Kräutern in Verbindung mit Akupunktur und Chi-Gong-Massage. Auf einer Serviette beschreibt sie mir den Weg zu Doktor Peter Yuan – den Weg zur östlichen Medizin, die meinen Finger retten soll.

Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, wird allmählich auch vom Westen entdeckt. Es handelt sich um ein vor über 2000 Jahren entwickeltes Heilverfahren, das sich seitdem nur wenig gewandelt hat. Die »Bibel« der chinesischen Medizin, das Nei Jing, wurde zwischen 300 und 100 vor Christus von unbekannten Autoren zusammengestellt. Auf diesen medizinischen Theorien haben spätere chinesische Ärzte ihre Behandlungsmethoden aufgebaut. Sie nutzen die Naturgesetze, um Vorgänge im Körper zu verstehen und zu heilen.

Die Gesundheit eines Menschen ist in der chinesischen Lehre genau wie das Universum einem ständigen Kampf um das Gleichgewicht ausgeliefert. Entgegengesetzte Kräfte wie Hitze und Kälte, männlich (Yang) und weiblich (Yin), Freude und Traurigkeit, wirken im Körper. Dominiert eines, manifestiert sich das durch zu viel oder zu wenig Aktivität in einem Organ. Ein solches Ungleichgewicht kann den Fluss des Chi, der Lebensenergie, auf seinen Wegen durch den Körper, den Meridianen, blockieren.

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