Diese Seite bookmarken:

Diese Seite bookmarken

Trend & Style

Neuer Trend: Sticken statt sprühen?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
Hier geht's zum aktuellen Heft »

Neuer Trend -  Sticken statt sprühen?Neuer Trend -  Sticken statt sprühen?
iStockphoto

Graffiti an Hauswänden und U-Bahn-Waggons – damit lockt man nur noch die Putzkolonne hinter dem Ofen hervor.

Stattdessen erobert jetzt eine neue Technik den öffentlichen Raum: die Stickerei! Nadel und Faden eignen sich genauso gut wie die Sprühdose, um der Umwelt einen unverwechselbaren Stempel aufzudrücken – findet jedenfalls Ulrika Erdes in Schweden.

Die Künstlerin hat die „Public Embroidery“ entwickelt, das „öffentliche Sticken“. Das ist zwar auch eine Art Vandalismus, aber eben auf die niedliche Art. Ulrika Erdes verschönert die Busse und Bahnen ihrer Heimatstadt Malmö, indem sie unauffällig in Minutenschnelle ein Herzchen oder ein kleines Vögelchen ins Sitzpolster stickt.

Rund hundert solcher Miniaturbildchen im Kreuzstich hat Ulrika Erdes schon hinterlassen, und meistens drücken die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe ein Auge zu, wenn die Stickerin öffentlich aktiv wird.

Die Inspiration zu ihren Stick-Graffiti bekommt Erdes aus Mamas Stickmusterbüchern – wahrscheinlich ist das der Grund, weshalb die neue Nadelkunst auch bei älteren Herrschaften gut ankommt. Die klassischen Graffiti-Künstler dagegen können die aus der Art geschlagene Kollegin weniger schätzen, sie halten Erdes´ Arbeiten für zu schön.

Dabei hat sich die Schwedin durchaus ihre gesellschaftskritischen Gedanken gemacht: Die „traditionelle weibliche Handarbeit im männlich geprägten öffentlichen Raum“ – da wisse man nicht mehr, ob „die Stickerei Ausdruck häuslicher Gemütlichkeit oder von Aggressivität ist.“ Egal was man von derartigen Spitzfindigkeiten halten mag – Herzchen auf Buspolstern wären sicher auch bei uns ganz schön!

Noch keine Bewertungen vorhanden


Weitere Fragen aus Trend & Style:

Einsortiert unter:

Graffiti  /  Public Embroidery  /  Schweden  /  Sticken  /  Stickerei  /  Ulrika Erdes