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Unfall im Weltraum?
Nehmen Sie den Fallschirm!
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Mit dem Tod hat der US-Weltraummediziner Jonathan Clark noch eine Rechnung offen: Seine Frau Laurel starb als Astronautin an Bord des Spaceshuttle Columbia, das 2003 beim Landeanflug auseinanderbrach.
»So ein Unglück darf nie wieder passieren«, sagt Clark. Um das künftig zu verhindern, entwickelt er für die Raumfirma Orbital Outfitters ein Schutzsystem, das Fallschirmabsprünge aus dem nahen Weltraum gestattet. Der Höhenrekord für solche Absprünge liegt seit 1960 bei 31,333 Kilometer – Clark will spätestens 2011 fast 100 Kilometer möglich machen.
An einem Überlebensanzug für den Springer arbeitet der Mediziner bereits: Er muss Sauerstofftanks für die Atmung enthalten und unter Druck stehen, weil sonst in der dünnen Luft der Atmosphäre tödliche Stickstoffblasen im Blut entstünden. Der Astronaut würde nach 30 Kilometern im freien Fall eine Geschwindigkeit von 4000 km/h erreichen und vorher die Schallmauer durchbrechen – deshalb denkt Clark über einen Bremsfallschirm nach.
In 35 Kilometer Höhe wird der Springer beim Eintritt in die dickeren Luftschichten abrupt auf 200 km/h abgebremst, wobei sich der Anzug in 30 Sekunden von minus 50 Grad Celsius auf knapp 400 Grad erwärmt. Hitzefeste Nomex-Kunstfasern und ein eingebautes Kühlsystem machen den Temperaturanstieg für den Astronauten erträglich.
In 1000 Meter Höhe zieht er den Hauptfallschirm, und zehn Minuten nach dem Absprung steht er wieder auf festem Boden. Um das System auszuprobieren, sollen Testpersonen mit einer kleinen einstufigen Rakete auf Absprunghöhe gebracht werden. Später will Clark sogar auf 240 Kilometer hinaus. Ob er das schafft, ist zweifelhaft: Aus dieser Höhe würde der Springer mit 30000 km/h zu Boden stürzen und sich beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auf 3000 Grad Celsius aufheizen.
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