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Naturgetreue Welten aus dem Computer

Naturgetreue Welten aus dem ComputerNaturgetreue Welten aus dem Computer

Schon heute sei es im Prinzip möglich, digitale Welten zu erzeugen, die vom realen Vorbild nicht mehr zu unterscheiden sind. Das Hemmnis dabei liege jedoch in der langen Umrechnungsdauer, die Computer für solche naturgetreuen Szenen benötigen, sagt Michael McGuigan, Forscher am Brookhaven National Laboratory in New York.

Es genüge daher nicht, fotorealistische Grafiken zu produzieren. Vielmehr sei eine Software nötig, die naturgetreue Umgebungen in Echtzeit berechnen kann – und zwar aus jedem möglichen Blickwinkel. Erst wenn der Mensch die Perspektive frei wählen kann und trotzdem sofort jedes Detail stimmt, erscheinen die Bilder realistisch.

Am Supercomputer Blue Gene/L hat McGuigan die aktuellen grafischen Möglichkeiten getestet. Der Rechner arbeitet mit konventioneller Software, dennoch gilt er als einer der stärksten und schnellsten Rechner der Welt.

Besonderes Augenmerk legte McGuigan auf die Fähigkeiten des Computers, natürliche Lichteffekte nachzubilden. Dabei konnte Blue Gene/L die Lichtberechnungen rund 822 Mal schneller durchführen als ein herkömmlicher Standard-PC. Eine Rechendauer in Echtzeit war aber auch damit nicht möglich, so McGuigan. Er erwartet sich, dass weiterentwickelte Supercomputer dieses Problem in wenigen Jahren lösen werden.

Ein entscheidender Faktor bei naturgetreuen Grafiken seien zudem die kleinen Details, die das Auge automatisch verarbeitet, sagt Reinhard Klein von der Universität Bonn. Die einzelnen Aspekte, die bestimmen, wie ein Mensch etwas wahrnimmt, sind unglaublich vielfältig. All diese Faktoren müssten daher in die Computerabbilder miteinbezogen werden – und das bedeutet eine riesige Datenmenge. Auch hier fehle ein Werkzeug, um die nötigen Daten entsprechend schnell generieren zu können, so Klein.

Und schließlich bleibt die unterschiedliche Wahrnehmung der Menschen: Manche Experten mit besonders geschultem Auge entdecken kleine Fehler, die nicht einmal durch Messgeräte festgestellt würden. Klein: „Es fehlen noch viele Puzzleteile auf dem Weg zu einer 100-prozentig naturgemäßen Darstellung von virtuellen Welten.“ (20.02.2009)

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