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Riesenwellen
Mit tödlicher Wucht
Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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Ein gewaltiger Schlag erschüttert das Stahlgerüst der Nordsee-Bohrinsel »Draupner«. Es ist der Neujahrstag 1995, nachmittags um 15 Uhr. Der Aufprall lässt die Plattform vor Norwegens Küste erzittern und spült schweres Reparatur-Werkzeug vom unteren Deck. Es herrscht Windstärke elf.
Sieben Stunden später kämpft sich an diesem Sturmtag 15 Seemeilen westlich der Nordsee-Insel Borkum der Seenot-rettungskreuzer »Alfried Krupp« durch die Wellenberge. Er befindet sich auf der Rückfahrt von einem Einsatz. Es ist 22.14 Uhr, als urplötzlich eine haushohe Wasserwand auf das unsinkbare, 28 Meter lange Schiff stürzt und es um seine Längsachse dreht. Es »kentert durch«, wie Seeleute sagen. Die für extreme Bedingungen konstruierte »Alfried Krupp« schnellt aus den Wassermassen nach oben und dreht sich wieder in ihre normale Lage zurück. Doch das Schiff ist schwer beschädigt, und zwei der vier Seenotretter sind von Bord gespült worden. Sie sterben im eiskalten Wasser.
Die Ursache der beiden Neujahrsereignisse wird von Wissenschaftlern rasch erkannt – denn ein an der Draupner-Bohr-insel installierter Laser registrierte eine 26 Meter hohe Riesenwelle. Nur wenige Menschen haben eine solche Wasserwalze bisher mit eigenen Augen gesehen. Und entsprechende Schilderungen wurden oft als phantasievolles Seemannsgarn abgetan, weil die enormen Abweichungen vom normalen Wellengang als extrem selten galten.
Heute weiß man Die gefährlichen Monsterwellen treten viel häufiger auf, als man bisher angenommen hat – und können jederzeit Schiffe auf hoher See bedrohen. Das ist das vorläufige Fazit aus den Studien des so genannten MaxWave-Projektes (maximum waves = höchste Wellen), einem Programm der Europäischen Union unter Beteiligung von elf Forschungseinrichtungen aus mehreren Ländern.
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