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Agentinnen

Mit Liebe, List und Todesmut

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Ob Prostituierte, Sekretärin oder Krankenschwester – hinter jeder Rolle kann eine Spionin stecken. Und so unterschiedlich die Tarnung, so verschieden sind die Gründe, warum Frauen sich auf das gefährliche Spiel der Geheimdienste einlassen: Mal ist es Abenteuerlust, dann Liebeswahn oder politische Überzeugung.

Mata Hari und Rahab – das sind Namen von Frauen, die nach Erotik und Abenteuer klingen. Beide nutzten besondere Fähigkeiten, Informationen auf ungewöhnliche Art zu beschaffen. Beide erzählten skrupellos Lügengeschichten, die sie als Wahrheit verkauften. Ihr Job war gefährlich, der Lohn oft gering und der Preis mitunter das eigene Leben. Doch was treibt Frauen dazu, sich auf das riskante Spiel der Spionage einzulassen? Ein Motiv ist Liebe, die Hoffnung auf Reichtum und Macht ein anderes. Mutig und einfühlsam, beherrscht und intelligent müssen sie sein, die Agentinnen, die in Schlafzimmern und Büros ein Doppelleben führen. Über die Besten wissen wir wahrscheinlich nichts – doch einige haben Spuren hinterlassen ...

Die ersten Spioninnen, von denen wir wissen, arbeiteten sowohl für die »Partei« Gottes als auch für deren Gegner. Die Prostituierte Rahab verbarg zwei Kundschafter des Israeliten Josua vor den Boten des Königs von Jericho. Sie belog ihre Landsleute. Damit rettete sie die Männer des Gottes, an dessen Stärke sie glaubte. Der Lohn dafür: Sie und ihre Familie überlebten die Zerstörung Jerichos unbeschadet (Josua 2,1 bis 24 und Josua 6,1 bis 27). Für die andere Seite spionierte Delila, eine Philisterin. Simson, ein junger Israelit mit enormen Kräften, verliebte sich in sie. Was er nicht wusste: Gott hatte dies so eingerichtet, um einen Anlass zum Streit mit den Philistern zu haben. Der Plan ging auf. Einige Fürsten überredeten Delila, herauszufinden, was Simson seine Kraft verlieh. Als Lohn boten sie ihr viel Geld. Delila fragte Simson, und dreimal belog er sie, dann verriet er sein Geheimnis: Nie sei ein Schermesser an sein Haupt gekommen, da er ein Geweihter Gottes sei. Würde man sein Haar scheren, so wäre er nur noch ein ganz gewöhnlicher Mensch.

Delila schnitt ihm im Schlaf die Haare. Die Philister ergriffen Simson, stachen ihm die Augen aus und sperrten ihn ins Gefängnis. Dort begann sein Haar wieder zu wachsen, und seine Rache ließ nicht lange auf sich warten.
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Autor/in: Britta Quebbemann


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