Es besteht nicht die geringste Gefahr, dass je die Vernunft auf Erden überhandnehmen, dass es je vernünftig zugehen könnte auf Erden.
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Mercedes SLS E-Cell: Elektro-Racer im Preis-Nirwana
Das Elektroauto zwischen den Polen: Da sind auf der einen Seite die kleinen, pfiffigen Stadtflitzer, oftmals gerade dem Golfwägelchen oder dem Mopedauto entwachsen und auf der anderen Seite toben rasante Sportwagen, die derart unter Strom stehen, dass sie schwarze Gummistreifen auf den Asphalt brennen. Mit dem SLS E-Cell reiht sich Mercedes ins Quartett von Audi e-tron, Tesla Roadster oder Ruf-Porsche ein. Lautlos mit Strom fahren, an grüner Ampel aber immer die Nase vorn haben, das ist die Devise dieser Boliden.
Dabei wissen die Hersteller dieser, bis auf den bereits in Serie gegangenen kalifornischen Tesla, Unikate, dass die Freude am elektrischen Fahren ein teurer Spaß ist und nur über den Reiz des Außergewöhnlichen diesen Preis wieder einspielen kann. Die kleinen urbanen Vehikel, wie MiEV von Mitsubishi, schlägt mit über 20 000 Euro zu Buche und muss sich dann noch gegen die sparsamen und deutlich günstigeren Dieselzwerge behaupten. Wie teuer dann ein Elektroauto der Kompakt- oder Mittelklasse sein wird, ist noch nicht abzuschätzen. Ein Supersportwagen mit E-Maschinen hingegen bietet den Reiz des Extravaganten, bei dem sein Fahrer und Besitzer auch zeigen kann: Seht her, ich kann es mir leisten.
Die Show wird umso beeindruckender, wenn dann, wie beim Mercedes AMG SLS E-Cell, sich die Türen wie Schwingen nach oben aufklappen, der Pilot den Supersportler entert und den Wagen mit einer Vehemenz startet, dass außen stehenden Beobachtern das Sehen vergeht. Zu hören gibt es nichts. Lautlos ziehen die insgesamt vier Elektromotoren mit ihren 880 Newtonmeter den Wagen wie mit einem Gummiband und seinen 538 PS nach vorn, dass in vier Sekunden Tempo 100 erreicht ist. Und auch die 200er-Marke wird erreicht. Zwar nicht unter zehn, sondern in elf Sekunden, aber gleich schnell wie ein Porsche Turbo.
Die Kraft holt sich der Elektro-Racer aus der Batterie. Es ist eine flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie in Modulbauweise mit einem Energiegehalt von 48 Kilowattstunden und einer Kapazität von 40 Amperestunden. Die maximale elektrische Belastungsmöglichkeit der aus 324 Lithium-Ionen-Polymerzellen bestehenden Batterie liegt bei 480 Kilowatt, ein absoluter Bestwert im Automobilsektor. Technische Voraussetzung für diese Leistungsfähigkeit ist auch die intelligente Parallelschaltung der einzelnen Batteriemodule – sie maximiert zudem die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Lebensdauer des Stromspeichers. Mittels gezielter Rekuperation beim Bremsen wird die 400-Volt-Batterie im Fahrbetrieb aufgeladen.
Die Rückgewinnung von Elektrizität durch Bremsen kann aber die Reichweite des Wagens nur unmerklich erhöhen. Bei angemessener, normaler Fahrweise soll sie 150 Kilometer betragen – mal mehr, mal weniger, je nachdemwie schwer der Gasfuß seines Fahrers ist. Mithilfe von Paddels am Lenkrad kann er aber sein Temperament zügeln und den Stromverbrauch regeln. Im City Modus gibt die Batterie nur kanpp die Hälfte ihres Leistungsvermögens ab und der Wagen erreicht auch nur 120 Kilometer pro Stunde. Ein gut gewähltes Tempo, gerät man auf den meisten europäischen Autobahnen dann auch nicht in Gefahr, in Radarfallen zu tappen.
Aber bis es soweit ist, sind noch viele, schier unüberwindliche Aufgaben zu lösen: Runter von den 2 Tonnen Gewicht, rauf auf 200 km Reichweite. Und der Preis? Bei 400 000 Euro sind die Chancen geringen, auf der Straße einem AMG SLS Elektro-Racer zu begegnen.
08.07.2010























