Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtiger nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
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Psychologie & Gesundheit
Medikamente: Frauen reagieren anders als Männer
Arzneimittel sind für alle da. Doch nicht alle reagieren gleich: Die Dosierung und Anwendung kann je nach Geschlecht ganz unterschiedlich ausfallen
Auch wenn Männer und Frauen inzwischen dassselbe Parfüm benutzen und sich den Rasierer teilen – wenn es um Arznei geht, müsste es eigentlich eine strikte Geschlechter-Trennung geben.
Denn männlicher und weiblicher Organismus sind unterschiedlich konzipiert, funktionieren nicht gleich, und folglich werden auch Medikamente vom jeweiligen Organismus anders verarbeitet. Die Differenzen liegen vor allem bei Körpergewicht, Körpergröße, Muskelmasse, Fett- und Wasseranteil des Körpers. Außerdem funktioniert der Stoffwechsel bei Mann und Frau unterschiedlich. Nicht außer Acht zu lassen sind auch die Hormonbeeinflussungen – während bei Männern Testosteron eine wesentliche Rolle spielt, ist es bei Frauen Östrogen.
Allerdings wurden die meisten Medikamente ausschließlich an Männern getestet. Der Großteil der Medikamente, die in den Achtzigerjahren ohne Erforschung an Frauen zugelassen wurden, sind heute als Standard-Arznei in jeder Apotheke zu bekommen. Zum Leidwesen der Frauen – bekommen sie doch häufig Nebenwirkungen, die bei den Männertests nicht auftraten: Zum Beispiel von Heuschnupfenmitteln Herzrasen. Oder sie werden von Blutdrucksenkern gleich ohnmächtig.
Auch das gute alte Aspirin (Acetylsalicylsäure) wirkt bei Frauen weniger blutverdünnend als bei Männern, kann beim weiblichen Geschlecht seine Wirkung also nicht voll entfalten. Warum es noch keine auf den Frauenkörper abgestimmte Präparate auf dem Markt gibt, hat zwei Gründe: Zum einen sind die Tests bei Frauen wesentlich komplizierter und kostspieliger, weil man bei den Untersuchungen »vor und nach dem Zyklus« und »vor und nach der Menopause« berücksichtigen müsste.
Darüber hinaus sind Pharmaunternehmen nach dem Contergan-Skandal alarmiert und haben Angst, während neuer Studien an Frauen bei eventuell unerkannten Schwangerschaften Mutter und Kind zu schaden.
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