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Mazda3 i-Stop: Unbedingt zur Nachahmung empfohlen

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„Achtung liebe Autofahrer, nun müssen Sie ganz tapfer sein", säuselt die mitfühlende Stimme des Verkehrsfunks. "12 Kilometer Stau wegen eines liegen gebliebenen Pannenfahrzeugs im Baustellenbereich auf der A8." Der reine Horror. Verlorene Zeit. Nein, genutzte Zeit, um sich mit den Finessen des Start-Stopp-Systems im Auto bekannt zu machen. Denn plötzlich geht der Motor aus. Ohne Vorwarnung, ohne ersichtlichen Grund. Oder doch?

Es müssen schon etliche Randbedingungen erfüllt sein, damit das i-Stop-System im Mazda 3 sich aktiviert.
- Fahrzeuggeschwindigkeit beträgt 3km/h oder weniger
- Kühlwassertemperatur ist größer als 55 Grad Celsius
- Batterieladung ist ausreichend
- Windschutzscheibenheizung und Heckscheibenheizung sind ausgeschaltet
- geringe Differenz zwischen Innenraumtemperatur und Sollwert der Klimaautomatik
- Fahrzeug steht unter 1800 Meter Höhe
- Außentemperatur über minus 10 und unter +50 Grad Celsius
- Fahrertür und Motorhaube sind geschlossen
- Fahrer hat Sicherheitsgurt angelegt
- Fahrzeugschlüssel steckt im Schloss oder Keyless-Go funktioniert

Diese Situationen sind schnell nachzuvollziehen, ebenso die Bedingungen, wenn der Motor dann plötzlich wieder blitzschnell automatisch anspringt, wo man doch die Ruhe im Stau so genießt und bei Minimalgefälle langsam rollen kann.
- Fahrzeug beginnt zu rollen (über 3 km/h)
- Klimaautomatik ist auf Maximum gestellt
- Klimaanlage muss Differenz zur Wunschtemperatur ausgleichen
- Scheibenheizungen werden aktiviert
- Batterieladung wird zu gering.

Die Liste offenbart die großen Stromverbraucher sofort. Wenn Wärme gebraucht, Kühlung gewünscht wird, steigt der Energiebedarf und damit der Stromverbrauch. Da die Kapazität der Batterie begrenzt ist, springt der Motor an, treibt den Generator und der liefert Strom. Der ist nicht umsonst und kostet Sprit. Start-Stopp spart ihn. Wenig zwar, aber es können durchaus im Stauverkehr der Städte über zehn Prozent sein. Es wären mehr, wenn das Start-Stopp-System die Hybridisierung einleiten würde. Dann wäre die Batterie stärker, der Generator würde beim leeren Rollen Strom erzeugen und könnte bestenfalls umgekehrt mit dem Saft aus der Batterie elektrisch fahren. Im Stopp and go Verkehr ein Traum.

Aber soweit ist der Mazda nicht. Aber früh dran. Denn nach dem Vorreiter BMW hat sich der japanische Hersteller in seine Spur gesetzt und ist mit seinem System gefolgt. Andere sind jetzt auch schon da, wie etwa die Land-Rover-, Toyota- oder Honda-Modelle. Beim Porsche Panamera ist es sogar mit dem Doppelkupplungsgetriebe, PDK, gepaart. Großen Wert haben die Mazda-Ingenieure auf das schnelle und komfortable Anspringen gelegt. Der elektrische Anlasser und die vorbereitete Gemischbildung ermöglichen einen Startvorgang von 0,3 Sekunden und dabei ist das System nahezu geräuschlos. Nicht lauter als der Motor und so muss man sich öfter mit Blick auf den Drehzahlmesser vergewissern, ob der Motor nun läuft oder nicht. Die Mazdalösung schlägt da wesentlich teure Fahrzeuge, die zur Luxusklasse zählen.

Beim Mazda ist i-Stop für den 151 PS starken Benzinmotor erhältlich. Es kann ihn zwar nicht zum Sparweltmeister machen, aber sicher das eine oder andere Zehntel herausholen. Denn im frostigen Wintereinsatz bei verhaltener Fahrweise war es dennoch nicht möglich, den Verbrauch unter 9 Liter zu bringen. Am Ende waren es 9,1 mit hohem Autobahnanteil bei Tempo 130. Das ist enttäuschend, da das Sechsganggetriebe drehzahlschonend ausgelegt ist.

Zweifellos gebührt Mazda das Verdienst, Start-Stopp mit dem Einsatz im Mazda3 auch in der 20 000 Euro-Klasse populär gemacht zu haben. Noch sind nicht alle nachgezogen und die gang großen Hersteller brüten noch, bis sie eine Konzernlösung gefunden haben, aber es kann nicht mehr lange dauern, der Konkurrenzdruck ist zu groß. An den Kosten kann es auch nicht scheitern. Experten sprechen von 150 Euro für Start-Stopp. Teurer ist die Softwarelösung mit den Verknüpfungen. Den “Quellcode“ hat Mazda schon offengelegt.

09.02.2010

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