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Natur & Reise
Marseille: Warum heißt die Stadt so?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Sie war lange ein Sorgenkind Frankreichs und ist es wohl immer noch ein bisschen: Die wunderschöne Hafenstadt Marseille gehört zu den höchstverschuldeten Gemeinden der französischen Republik, hat definitiv ein Immigrantenproblem und leidet unter hoher Kriminalität (was ihr den Spitznamen „französisches Chicago“ einbrachte). Attraktiv ist Marseille trotzdem: für Mittelmeer- und Provencefans, für Filmfreaks, die auf den Spuren des Filmklassikers „Passage to Marseille“ durch die Altstadt wandern möchten, für Liebhaber französischer Küche und natürlich für Kulturtouristen, die am Fuß der Kathedrale (Bild) oder im alten Hafen das Flair der Geschichte einatmen. Bewohnt war die Gegend um Marseille schon vor mindestens 27000 Jahren, das beweist der Fund der nahe gelegenen prähistorischen Grotte von Coques. Gegründet wurde die Stadt um 600 v. Chr. von griechischen Händlern aus der Gegend um das heutige Izmir (Türkei). Sie tauften die neue Siedlung „Massalia“ (Opferstätte).
Sympathischerweise bezeichnete das griechische „massa“ aber nicht blutige Tieropfer, sondern geweihte Kuchen. Der Ort, an dem den Göttern geopfert wird: Daraus wurde mit der Zeit „Marselha“ und schließlich das heutige Marseille. Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Stadt kurzzeitig zu den verfemten „villes sans nom“ (Städte ohne Namen) – eine Strafe, die sich die Revolutionsregierung in Paris für besonders rebellische Gemeinden ausgedacht hatte. Und noch etwas: Die Nationalhymne Frankreichs, die „Marseillaise“, ist interessanterweise gar nicht in Marseille, sondern in Straßburg entstanden.
P.M. Fragen & Antworten 06/2012























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