Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
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Wer schlief mit wem?
Lou Andreas-Salomé
Dieser Artikel stammt aus P.M. Biografie
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In einer Zeit, als Frauen das rechtlose Anhängsel ihrer Ehemänner waren, nahm sich die Schriftstellerin und spätere Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé das Recht, so zu leben, wie es ihr beliebte.
Unerhört! Eine Frau, kaum älter als 20, diskutiert mit respektablen männlichen Gelehrten die Nächte durch. Dabei fixiert sie diese mit durchdringenden blauen Kinderaugen, die in aufreizendem Kontrast zu ihrer Aufmachung stehen: das schwarze Kleid, knöchellang und hochgeschlossen, darunter mächtige Brüste, die sich über der enggeschnürten Wespentaille erheben. Wenn die junge Russin in fließendem Deutsch oder Französisch das Gottesbild des Philosophen Spinoza erläutert, liegen ihr die Geistesgrößen ihrer Zeit zu Füßen. Werden aus Männerfreunden Rivalen. Reihenweise machen sie ihr Heiratsanträge, denn eine andere Form der Annäherung an eine Frau wie sie übersteigt ihr Vorstellungsvermögen. Sie lehnt dankend ab, schlägt den Herren vor, zwecks geistigem Austausch gemeinsam in eine WG zu ziehen.
Zur Ehe lässt sie sich ein paar Jahre später nur unter einer Bedingung überreden: Kein Sex! Die körperliche Liebe entdeckt sie erst mit Mitte 30. Wer der erste unter ihren zahlreichen und immer wesentlich jüngeren Liebhabern war, ist ungewiss. Fest steht nur: Der Ehemann war es nicht. Die Frage, ob und wann die Frau mit dem zeituntypischen Doppelnamen Sex mit Nietzsche oder Rilke hatte und welche Art von Beziehung sie zu Freud pflegte, beschäftigt ihre Biografen bis heute weitaus mehr als die Tatsache, dass sie rund zwei Dutzend Bücher geschrieben hat, die einst viel Beachtung fanden.
Unerhört! Eine Frau, kaum älter als 20, diskutiert mit respektablen männlichen Gelehrten die Nächte durch. Dabei fixiert sie diese mit durchdringenden blauen Kinderaugen, die in aufreizendem Kontrast zu ihrer Aufmachung stehen: das schwarze Kleid, knöchellang und hochgeschlossen, darunter mächtige Brüste, die sich über der enggeschnürten Wespentaille erheben. Wenn die junge Russin in fließendem Deutsch oder Französisch das Gottesbild des Philosophen Spinoza erläutert, liegen ihr die Geistesgrößen ihrer Zeit zu Füßen. Werden aus Männerfreunden Rivalen. Reihenweise machen sie ihr Heiratsanträge, denn eine andere Form der Annäherung an eine Frau wie sie übersteigt ihr Vorstellungsvermögen. Sie lehnt dankend ab, schlägt den Herren vor, zwecks geistigem Austausch gemeinsam in eine WG zu ziehen.
Zur Ehe lässt sie sich ein paar Jahre später nur unter einer Bedingung überreden: Kein Sex! Die körperliche Liebe entdeckt sie erst mit Mitte 30. Wer der erste unter ihren zahlreichen und immer wesentlich jüngeren Liebhabern war, ist ungewiss. Fest steht nur: Der Ehemann war es nicht. Die Frage, ob und wann die Frau mit dem zeituntypischen Doppelnamen Sex mit Nietzsche oder Rilke hatte und welche Art von Beziehung sie zu Freud pflegte, beschäftigt ihre Biografen bis heute weitaus mehr als die Tatsache, dass sie rund zwei Dutzend Bücher geschrieben hat, die einst viel Beachtung fanden.
Autor/in: Barbara Hartl
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