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Avanti

Liegt unser Paradies in Italien?

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Ob als Pilger, Künstler oder Urlauber – stets zog es die Deutschen in den Süden. Was macht das Land so attraktiv für uns? Ist es die leichtere Lebensart, das bessere Wetter, seine prächtigen Bauwerke – oder der Segen des Papstes, der über allem zu liegen scheint?

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, im dunklen Laub die Goldorangen glühn, ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht, die Myrte still und hoch der Lorbeer steht, kennst du es wohl?« Dort ist es warm und heiter, und wir Deutschen träumen von Italien, das Goethe mit seinem Gedicht sehnsuchtsvoll beschrieb – nicht nur, weil es bei uns so viel regnet. Die leichtere Lebensart der Italiener, die faszinierenden Kunstwerke, aber auch die Sonne und die Strände ziehen Jahr für Jahr Tausende von Reisenden an.

Lange bevor das Wort Tourismus erfunden wurde, wanderten Pilger gen Süden. Aus allen Teilen Europas eilten sie nach Rom, zum Papst, dem Oberhaupt aller Christen. Auf seinen Segen hofften sie und besuchten – traditionell an einem einzigen Tag – die sieben Hauptkirchen Roms. Nicht selten fielen die Wallfahrer in die Hände von Fremdenführern, die ihnen angeblich echte Reliquien verkauften. Wunder waren gefragt, und der Geldbeutel saß locker, wenn es darum ging, sein Seelenheil zu retten. Gern nahmen die Büßer aus der Fremde einige kleine Knöchelchen mit nach Hause.

Der Ablasshandel boomte im späten Mittelalter. Selbst Verstorbenen sollte damit der Aufenthalt im Fegefeuer verkürzt werden. Der Reformator Martin Luther, der mit 27 Jahren ebenfalls nach Rom reiste, kritisierte Reliquien- und Ablasshandel scharf. In der späteren protestantischen Kirche spielte dann auch beides keine Rolle mehr. Doch die Pilger, die zerknirscht aufgebrochen waren, kehrten oft froheren Herzens nach Hause zurück.
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Autor/in: Britta Quebbemann


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