Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtiger nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
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Smartphones
Lebensretter Dr. Handy
Smartphones steigern die Lebensqualität chronisch Kranker. Mit den neuen medizinischen Apps ist der Doktor immer dabei - und greift im Notfall ein.
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin 05/2011
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Es passiert in Deutschland täglich: Chronisch kranke Menschen kippen auf der Straße oder am Arbeitsplatz um und sterben. Wie im Herbst 2010 der Musiker und Komponist Thomas Fuchsberger: Der Diabetiker war beim Spaziergang ins Koma gefallen, in einen Bach gestürzt und ertrunken. Nichts hatte ihn vor dem bevorstehenden Insulin-Schock gewarnt. Sein Tod hätte vermutlich verhindert werden können, denn die modernen Smartphones bescheren uns nicht nur unterhaltsame Spiele und Spaßprogramme, sondern neuerdings auch Applikationen, kurz Apps genannt, die Leben retten können. Dutzende speziell auf Diabetiker zugeschnittene Apps befinden sich in der Entwicklung oder sind bereits auf dem Markt. So erscheint in den nächsten Wochen das mobile Gesundheitssystem »Diabetes Manager«, das in den USA bereits klinisch getestet und zugelassen ist. Die App wird zum persönlichen Doktor des Patienten: Sie speichert die Blutzuckerwerte in einer Datenbank, sagt, wann und in welcher Dosierung ein Medikament einzunehmen ist, und gibt je nach Gesundheitszustand spezielle Anweisungen, um einen Insulin-Schock zu vermeiden.
In einem Forschungsprogramm der Uni-Klinik Essen wird zurzeit die iPhone-App »iNephro« getestet. Sie soll vor allem bei chronisch Kranken die regelmäßige Einnahme der Tabletten unterstützen. Der Patient erstellt mithilfe seines iPhones, des weltweit meistverkauften Smartphones, einen Einnahmeplan. Das Handy schlägt zum richtigen Zeitpunkt lautstark Alarm: »Jetzt musst du wieder deine Pille einnehmen!« Aber moderne Apps leisten künftig noch mehr: Diabetiker können ihre Blutzuckerwerte vom Messgerät via Bluetooth in ein vom Arzt einsehbares Online-Tagebuch einstellen. So entfallen zeitraubende, teure stationäre Untersuchungen. Der Arzt überwacht via Internet den Gesundheitszustand des Patienten und kann gegebenfalls per Fernsprechstunde eingreifen. Man spricht in diesem Zusammenhang von Telemedizin. Der Präsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), August-Wilhelm Scheer, ist sicher: »Spezielle Gesundheits-Apps eignen sich hervorragend zur Übertragung und Speicherung individueller Patientendaten und können den Gang in die Arztpraxis oft überflüssig machen. Die mobilen Gesundheitslösungen können helfen, den dramatischen Kostenanstieg im Gesundheitswesen abzufedern.«
Das führende US-Marktforschungsinstitut Frost & Sullivan prophezeit der Telemedizin Umsatzsteigerungen von 40 Prozent jährlich. Eine Studie des amerikanischen Instituts research2guidance geht davon aus, dass schon 2015 die Mehrheit der Ärzte Gesundheits-Apps verwenden wird. Die Zukunft mit »Telemetric Personal Health Monitoring«, wie die indiviuelle gesundheitliche Fernüberwachung im Medizinbranchenjargon heißt, hat bereits begonnen. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wurden jetzt die ersten mit dem iPhone kompatiblen Blutdruckmessgeräte vorgestellt. Sie funktionieren kinderleicht: Arm-Manschette anlegen, iPhone ans Messgerät stöpseln. Den Test erledigen »iHealth« oder »Withings Monitor«, wie die Pioniergeräte heißen, vollautomatisch. Sie messen den Blutdruck, speichern alle Messergebnisse in einer Datenbank und werten sie für den behandelnden Arzt vollkommen selbstständig aus. Führende Innovatoren des Telemetric Personal Health Monitoring kommen aus Deutschland. Am Heinz-Nixdorf-Lehrstuhl für Medizinische Elektronik der TU München erforscht ein junges Team am Körper getragene Sensoren für die Messung medizinischer Gesundheitsdaten. Professor Bernhard Wolf: »Die größte Herausforderung für die Umsetzung telemedizinischer Konzepte liegt in der Verfügbarkeit wartungsarmer und miniaturisierter Sensoren.«
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