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Land Rover Freelander: Grenzenlose Freiheit- ein Fahrzeug für alle Fälle

Das neue Design-Gesicht zukünftiger<br />
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Wer kann schon für sich behaupten, ein Fahrzeug zu pilotieren, das auf große Traditionen blickt, als Offroader sich in schwierigstem Gelände durchbeißt, mit dem man in Abendgarderobe bei einem Fünf-Sterne vorfährt, um dann den Schlüssel zum Valet-Parken abzugeben? Mit einem Land Rover ist das kein Problem. Kein Empfangschef wird kritisch die Augenbraue hochziehen. Im Gegenteil, in den Produkten der britischen Traditionsmarke pulsiert das blaue Blut jenes englischen Landadels, der sich noch immer für die Fuchsjagd erwärmt und in Goodwood alljährlich präsent ist.

Diesen Status adeliger Noblesse zwischen Cannes und Kalifornien hat der große Range Rover begründet, ein luxuriöser Allradwagen mit permanenter Antriebskraft auf allen vier Rädern, der als Dienstwagen den Bobbies ebenso diente wie als Renommiergefährt den Snobs. Zwischen Düsseldorfer Kö und Münchens Käfer wurde hier Ende der siebziger Jahre der Trend zum Geländewagen gesetzt - aber auch wieder schnell durch die explosiven Spritpreise wieder weggespült. Das „alte“ Geld blieb dem Range Rover treu, der auf die Jagd fahrende Großgrundbesitzer nutzte ihn. Legendär war in Münchens feinster Wohngegend, dem Herzogpark, die Flottille der Friedrich Karl Flickschen Range-Rover, in denen die Gäste des Hausherrn chauffiert wurden.

So zehren auch heute noch die Produkte von Land Rover von diesem Image. Auf der anderen Seite ist es vom Defender geprägt. Dieser Urahn der Geländewagen und Liebling der Hard-Core-Offroader hatte in München ebenso seinen Auftritt als Statussymbol mit höchstem Trendfaktor, als die Marke kurzzeitig zu BMW gehörte. Der schwarz lackierte Defender war ein absolutes Must in der Schickeria, um zwischen P1 in der „Prinze“ und Schuman’s in der Maximilianstraße zu cruisen.

In diesem Spannungsfeld hatten die Strategen von Land Rover früh erkannt, neben den Klassikern, dem kantigen Defender und wuchtigen Range Rover, weitere Modell zu platzieren. Der Freelander kam 1997 in England und dann ein Jahr später in Deutschland auf den Markt. Er ließ sich als Softroader klassifizieren, begründete diese Fahrzeuggattung und war in Europa wie auch Großbritannien der meistverkaufte SUV. Deutlich erkennbar ist die erste Generation des Freelanders an dem außen ans Heck montiertem Reserverad sowohl in der 2- als auch 4-Türer Variante.

Darauf verzichtet der seit gut drei Jahren in Deutschland erhältliche Freelander 2. Er hat sich aber auch dem großen Bruder Range Rover optisch genähert. Vor allem die Kühlerfront, die seitlichen Lüftungskiemen, auch die Radausschnitte lassen die erste Generation „alt“ aussehen und Verwechslungsgefahr zum Range aufkommen. Der Freelander der zweiten Generation ist dermaßen gründlich überarbeitet worden, dass er in allen relevanten Kriterien besser geworden ist. Größer und damit mehr Platz im Innern. Mit modernen Motoren ausgestattet und damit stärker wie gleichzeitig sparsamer. Mehr Komfort und beste Geländegängigkeit. Dennoch, Freaks mögen vielleicht das Reserverad vermissen, mehr noch aber die Softtop-Variante, die an die Tradition der Jagdwagen anknüpfte.

Der Fahrkomfort auf asphaltierten Straßen ist ausreichend, ja ausgesprochen gut für potente Allradler und auch für längere Strecken tauglich. Herausragend sind die Geländeeigenschaften. Mit dem Drehschalter auf dem Mitteltunnel wird „Terrain Response“ allen Strecken gerecht. Das passende Symbol dazu muss nur ausgewählt werden. Sand, Fels, Matsch, Asphalt sind die Apps, die als Fahrprogramme tief in die Elektronik des Wagens eingreifen. Dann werden von der Zündung bis zum ABS und ESP alle Parameter so gewählt, dass sie sich bestens den herrschenden Bedingungen anpassen können – mal spricht das Gaspedal verzögert, dann wird mehr Schlupf an den Rädern zugelassen oder sanftes Anfahren über den zweiten Getriebegang gewährleistet.

Die spritzigen wie sparsamen Dieselmotoren entstammen der Gemeinschaftsproduktion von Peugeot und Ford. Die 160 PS Variante hat keine Schwierigkeit, das zwei Tonnen schwere Fahrzeug auf Trab zu bringen. Auch beim Höchsttempo von 180 km/h wird man zwar auf bundesdeutschen Autobahnen häufiger die linke Spur für Überholende freimachen, aber man ist schnell unterwegs und fühlt sich ausreichend motorisiert. Das kantige wie markante Design der Karosserie tut sein übriges dazu, dass die Aerodynamik keine Bestwerte erzielt und der steigende Luftwiderstand den Wagen einbremst. Ähnliches gilt für die umfangreiche wie des Zubehörs. Hier bleibt eher die Geldbörse verschlossen als ein Wunsch nach nützlichem wie luxuriösem Zubehör offen. Da ist die Nähe zum Range Rover spürbar.

Bei all den Crossovermodellen, die sich mittlerweile bei den SUVs und soften Geländewagen breitmachen und den Markt überschwemmen, lohnt es sich, zu den Wurzeln zurückzukehren. Die liegen bekanntermaßen beim britischen Traditionskonzern, auch wenn er jetzt zusammen mit Jaguar, beim Stahlkonzern Tata mit Sitz in der ehemaligen britischen Kronkolonie Indien angedockt hat. Das zeigt die ungeheure wirtschaftliche Dynamik in den aufstrebenden Ländern Brasilien, Indien und China steckt. Mit Volvo und Jaguar beziehungsweise Land Rover haben asiatische Firmen bei Ford eingekauft und führen so einen Gutteil des Erbes der einst so stolzen britischen Automobilkultur weiter.

Weitsichtig gedacht, bleiben die technische Entwicklung, Designworks, aber auch die Montage für Land Rover auf der Insel. Sie befinden sich in Gaydon und nahe von Liverpool. Hier gibt es derzeit reichlich Arbeit. Denn der neue Besitzer hat den ehemaligen Opel-Vorstand und BMW-Manager Carl Forster als Chef eingesetzt und der hat noch viel mit der Marke vor. Die jüngst in London präsentierten Studien und Neuheiten sollen die Modelle von Land Rover noch begehrenswerter und dynamischer erscheinen lassen. Allrad mit Chic für die Upperclass und mit Victoria Beckham als Designdirektorin.

17.07.2010

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