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Klimawandel

Kommt eine neue Eiszeit?

Der Klimawandel bringt die Meeresströme aus dem Gleichgewicht - kommt eine neue Eiszeit zu uns?

Der gesamte Klima-Kreislauf gerät in Gefahr. Steht eine neue Eiszeit bevor?Der gesamte Klima-Kreislauf gerät in Gefahr. Steht eine neue Eiszeit bevor?
Der gesamte Klima-Kreislauf gerät in Gefahr. Steht eine neue Eiszeit bevor?
khloges / flickr.com

Die Debatte, ob uns eine neue Eiszeit bevorsteht, wird bereits seit Jahrzehnten diskutiert. Schon Ende der 70-er und Anfang der 80-er zerbrachen sich die Wissenschaftler den Kopf darüber, ob die damals sehr kalten Winter ein Anzeichen für das Hereinbrechen einer neuen Eiszeit seien. Neuste Erkenntnisse jedoch lassen vermuten, dass der Klimawandel das Gleichgewicht der Meeresströme verändert, und das könnte die Temperaturen auch bei uns schon bald in den Keller fallen lassen.

Warum gerade England und Westeuropa am stärksten gefährdet wären, liegt auf der Hand, denn das Klima wird hier hauptsächlich vom Golfstrom geprägt. Aber für unser Klima ist nicht nur der Golfstrom, sondern noch eine Reihe weiterer wichtiger Meeresströme verantwortlich. Der NAMOC (North Atlanic Meridional Overturning Circulation) ist der Gegenpart zum Golfstrom und ein wichtiger Teil eines komplexen Systems, welches das Klima weltweit beeinflusst. Er transportiert kältere Wassermassen an die Küsten Grönlands und Kanadas und sorgt so für ein ausgeglichenes Kreislaufverhältnis. Schwächt sich der Golfstrom weiterhin ab, wie es bereits seit einigen Jahren zu beobachten ist, gerät der gesamte Kreislauf in Gefahr. Schuld daran ist vor allem das Schmelzen des arktischen Eises und damit der ständige Zufluss neuer kalter Wassermassen in den Nordatlantik.

Damit der Golfstrom auch weiterhin warme Wassermassen in Richtung Nordatlantik bewegt, muss ein vergleichbarer ähnlich intensiver Austausch mit kalten Wassermassen erfolgen, die den Atlantik in entgegengesetzter Richtung passieren. Doch genau dieser Strom kalter Wassermassen hat sich in den letzten Jahrzehnten abgeschwächt, so neueste Erkenntnisse Schottischer und Norwegischer Forscher, die den Abfluss kalter Wassermassen zwischen Schottland und Grönland seit Jahrzehnten beobachten. Ihren Ergebnissen zufolge hat der Abfluss der kalten Meeresströme seit 1950 um 20% nachgelassen. Daraus lässt sich zurückschließen, in welchem Ausmaß auch der Golfstrom bereits nachgelassen hat. Was ein Nachlassen des Golfstroms bedeuten kann, wissen wir aus den Erkenntnissen der Erdgeschichte: Vor 20.000 Jahren, am Höhepunkt der letzten Eiszeit, hatte der Golfstrom nur zwei Drittel seines heutigen Ausmaßes, und halb Europa war von Eismassen bedeckt.
 

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