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Ein begnadeter Extremist

Klaus Kinski

Dieser Artikel stammt aus P.M. Biografie
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Er dreht 127 Filme – und findet die meisten davon »zum Kotzen«. Er verdient Millionen– und verprasst alles. Er nimmt sich mit unstillbarer sexueller Gier jede Frau, die er kriegen kann,– und bleibt doch am Ende allein. Er ist ebenso rücksichtslos wie fesselnd,– ein Mann wie eine Naturgewalt.


Zeit der Unschuld

Nichts deutet in seinen frühen Jahren darauf hin, dass aus Klaus Günter Karl Nakszynski einmal ein Ausnahmekünstler und Bürgerschreck werden wird. Am 18. Oktober 1926 wird er im Ostseebad Zoppot bei Danzig als jüngstes von vier Kindern geboren. Sein Vater ist Apotheker, die Mutter Krankenschwester. Als Klaus vier Jahre alt ist, zieht die Familie nach Berlin, wo er einmal das Gymnasium besuchen wird. Seine bürgerliche Kindheit dichtet Kinski später dramatisch um, in seiner Autobiografie stellt er die elterliche Wohnung als Elendsquartier dar, wo es „aus allen Winkeln nach Verwesung stinkt“, schon früh habe er als Kohlenschlepper, Leichenwäscher und Gelegenheitsdieb dazuverdienen müssen.


Ein Naturtalent

Zum entscheidenden Bruch in Kinskis Biografie kommt es, als er mit nur 17 Jahren zum Kriegsdienst eingezogen wird und bald darauf mit durchschossener Schulter in britische Kriegsgefangenschaft gerät. Dort steht er im Lagertheater erstmals auf der Bühne – und entdeckt seine Berufung. Im Frühjahr 1946 ist er wieder in Deutschland – ohne Schulabschluß oder Ausbildung. Er findet ein Engagement am Berliner Schloßparktheater und verkehrt bald in Berliner Künstler- und Homosexuellenkreisen, wo er zum Protégé des russischen Fürsten Sascha Kropotkin wird.
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