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Weihnachtsbaum

Kinder, Kerzen, Koniferen

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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In der öden Winterlandschaft, ohne Leben und ohne Wachstum, symbolisierte das Grün von Fichte und Tanne die Zuversicht, dass das Leben im Frühjahr neu erblühen werdeIn der öden Winterlandschaft, ohne Leben und ohne Wachstum, symbolisierte das Grün von Fichte und Tanne die Zuversicht, dass das Leben im Frühjahr neu erblühen werde
In der öden Winterlandschaft, ohne Leben und ohne Wachstum, symbolisierte das Grün von Fichte und Tanne die Zuversicht, dass das Leben im Frühjahr neu erblühen werde
iStockphoto

Im Winter, wenn die Natur schläft, holt sich der Mensch grüne Zweige ins Haus – in der Hoffnung auf das Wiedererwachen von Flora und Fauna im nächsten Jahr. Die Christen feiern mit diesem alten Brauch die Geburt des Heilands, der den Menschen das Licht des neuen Glaubens bringt. Doch erst seit etwa 500 Jahren ist es üblich, zum Fest einen Tannenbaum aufzustellen und diesen zu schmücken

»OTannenbaum, o Tannenbaum« – kennen Sie den Text? »Wie grün sind deine Blätter ...« Zusammen mit »Stille Nacht« ist es das am meisten gesungene Weihnachtslied. Eigentlich sehen die Blätter ja wie Nadeln aus (und so nennen wir sie auch), aber botanisch sind es tatsächlich Blätter. Eher schon könnte man botanisch Anstoß nehmen an der alleinigen Verwendung des Wortes »Tanne« für den Weihnachtsbaum. Denn immer noch sind die preiswerteren und genauso dienlichen Bäume Fichten. Die sprachliche Bevorzugung der Tanne rührt daher, dass es im deutschen Norden zwar auch jede Menge Fichten gab, man sie sprachlich aber nicht von der Tanne unterschied. Sei’s drum.

Die Liebe zu dem grünen Nadelbaum in der Advents- und Weihnachtszeit wird schon in der ersten Strophe des genannten Liedes kurz und bündig erklärt: »Du grünst nicht nur zur Sommerszeit, nein, auch im Winter, wenn es schneit.« Und darauf kam es unseren Altvorderen schließlich an. In der öden Winterlandschaft, ohne Leben und ohne Wachstum, symbolisierte das Grün von Fichte und Tanne die Zuversicht, dass das Leben im Frühjahr neu erblühen werde. Und deshalb schmückten sie damit ihre Stube. In unseren Breiten schien das umso dringender geboten, weil die Winter eigentlich nur durch diese Hoffnung erträglich waren. Der Weg bis zum Weihnachts- oder Christbaum war freilich noch lang.

Für Katholiken wie Protestanten ist Weihnachten am 25. Dezember – doch warum? Der tatsächliche Geburtstag ist ja unbekannt. Die frühen Christen feierten zunächst nur den Todestag und die Auferstehung von Jesus, dann auch seine Taufe am 6. Januar (Epiphanias). Am 25. Dezember begingen die Römer den Geburtstag des »Sol invictus«, des unbesiegten Sonnengottes, dessen aus dem Orient kommenden Kult Kaiser Aurelian im Jahr 274 eingeführt hatte. Diesem »Sol invictus« stellten die Christen bewusst ihren Herrn als das neue Licht, die neue Sonne gegenüber und gaben so dem römischen Staatsfeiertag eine neue Bedeutung, indem sie die Geburt Christi auf den 25. Dezember legten. Bestätigt wird dieses Weihnachtsdatum in einem römischen Verzeichnis von Festtagen aus dem Jahr 354, das auf eine Vorlage aus dem Jahr 336 zurückgeht. Daraus folgt, dass bereits um diese Zeit in Rom Weihnachten als kirchliches Fest gefeiert wurde. Etwas später übernahm es auch der Osten des Römischen Reiches. Mit der Ausbreitung des Christentums kam das Weihnachtsfest dann auch nach Mittel- und Nordeuropa. Ab dem 7. Jahrhundert, unter den Karolingern, wurde es neben Ostern das Hauptfest des Jahres.

Heute gibt es kaum noch Zweifel am »heidnischen« Ursprung des Festes, doch über die Herkunft der Weihnachts-bräuche gehen die Spekulationen weit auseinander. Vier grundsätzliche Möglich-keiten wurden schon lange diskutiert. Erstens: vorchristliche Feste, vor allem das Mittwinterfest; zweitens: Bräuche christlicher Herkunft; drittens: römische Sitten; viertens: Neugestaltungen. Die vorchristliche Variante deutet unmittelbar auf das nordische Julfest hin. Wir wissen, dass es in der Mittwinternacht gefeiert wurde und dass es als Opfergelage zu Ehren des Gottes Odin galt. Alle anderen drei Varianten sind ebenso möglich und greifen auch ineinander über.

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Autor/in: Leo Sillner


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