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Natur & Reise
Kann Regen Erdbeben auslösen?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Auf den Hochstaufen, einen Berg in den Chiemgauer Alpen schauen momentan die Seismologen.
Der Hochstaufen, ein 1771 Meter hoher Berg in Bayern, ist eigentlich ein ganz gewöhnlicher Berg im Alpenvorland. Dennoch ist er zum Gegenstand intensiver geologischer Forschung geworden. Denn Geophysiker der Universität Potsdam fanden bei ihren Untersuchungen heraus, dass es jährlich tausende kleine Erdbeben in der Region um das Bergmassiv gibt.
Die Beben rund um den Hochstaufen haben zwar kaum zerstörerische Gewalt, sind aber trotzdem deutlich spürbar. Doch was löst diese Beben aus? Auffällig war, dass sich die seismische Aktivität während eines feuchteren Sommers erhöhte. Für die Forscher wurde schnell klar, dass Niederschläge für 80 Prozent der Mikrobeben verantwortlich sein müssen.
Welche Effekte Wasser auf das Gestein hat, bleibt aber noch umstritten. Nach Ansicht der Potsdamer Forscher ist der steigende Wasserdruck in den Poren des Gesteins durch das einsickernde Wasser für die Erschütterungen nach Regenfällen verantwortlich. Andere Theorien gehen davon aus, dass das Gewicht des Wassers und nicht der Wasserdruck im Gestein eine Schlüsselrolle bei Erdstößen spielt. In Gegenden, wo die Erdkruste schon kurz vor einem Bruch steht, könnte Regen auch stärkere und gefährlichere Erdbeben auslösen, meinen die Forscher.
Wer übrigens denkt, in den Alpen fänden immer nur Mikrobeben statt, von denen wir nichts mitbekommen, täuscht sich: 1910 wurde im bayrischen Bad Reichenhall ein Beben der Stärke 4,5 gemessen. 1937 richtete ein Beben der Stärke 6,0 erhebliche Schäden im bayrischen Ramsau an. 2004 erschütterte ein Beben der Stärke 4,2 die Schweizer Alpen. Ein Jahr später gab es in der Alpenregion Italien, Frankreich und Schweiz ein Erdbeben der Stäke 4,9 auf der Richterskala. Ob bei diesen Beben Regen der Auslöser war, das wissen die Forscher bislang natürlich noch nicht.
























