Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtiger nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
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Trend & Style
Kann man Musik mit Gemüse machen?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Alle Instrumente werden vor dem Konzert frisch geschnitzt – kurz vor Beginn prüfen die Musiker, wie Gurken, Karotten und Rettiche diesmal klingen. In jedem Fall: einzigartig.
Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen. Aber auch mit Kürbissen, Tomaten, Kohlblättern oder Sellerie lässt sich vortrefflich Musik machen – das beweist das »Vienna Vegetable Orchestra« seit neun Jahren immer wieder frisch. Vor einem Konzert bummeln die Musiker über den Wochenmarkt und unterziehen das Gemüseangebot einem Hörtest. Es muss picobello sein – auf einer matschigen Gurke oder einem schrumpeligen Kürbis lassen sich keine guten Töne erzeugen.
Anschließend wird alles, was nicht allein schon durch Aneinanderschlagen, Beklopfen oder Schütteln die gewünschten Effekte erzeugt, zurechtgeschnitzt, mit der Bohrmaschine ausgehöhlt oder in Form gebogen. Eine halbe Stunde brauchen die Musiker für eine gute Karottenflöte. Besonders aufwendig ist das Gurkophon: Es besteht aus Karottenmundstück, Salatgurkenkörper und Paprikaschalltrichter. Auch wer die Erste Lauchgeige spielen will, braucht einen grünen Daumen, will sagen: Feingefühl für das Instrument.
Der Klang ist Geschmackssache, auf jeden Fall aber einzigartig. »Manchmal hört es sich an wie Tierschreie, manchmal einfach abstrakt«, schreiben die zehn Musiker auf ihrer Internetseite. Im übrigen bezeichnen sie ihren »Gemüsestil« als Mischung aus Free Jazz, Experimental-Elektronik und House Beats. Vorbild sind Elektronikmusiker wie die deutsche Gruppe Kraftwerk (»Das Model«, »Fahr’n auf der Autobahn«).
Eine bis anderthalb Stunden dauern die Konzerte, dann fängt das Gemüse an, in der Hitze der Scheinwerfer zu schrumpeln. Nun heißt es für die Instrumente: Ab in die Suppe, die als Zugabe gekocht wird. Ein Mitglied aus dem Orchester, Richard Repey, variiert sie jedes Mal – inspiriert von der regionalen Küche des Auftrittsorts. Ausgelöffelt wird sie dann von Künstlern und Konzertbesuchern gemeinsam. Und, nein, die Ensemblemitglieder sind keine Vegetarier: »Fragen Sie das nie wieder. Wir haben diese Frage zwei Millionen Mal gehört ...«

























