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Wissenschaft & Technik

Kann ein Mensch mehr als eine DNA besitzen?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Kann ein Mensch mehr als eine DNA besitzen?Kann ein Mensch mehr als eine DNA besitzen?
iStockphoto

In US-Krimi-Serien sind Täter mit einem doppelten genetischen Fingerabdruck keine Seltenheit, gilt das auch für die Realität?

Jedes Lebewesen ist einzigartig – nicht zuletzt dank seines Erbguts, seiner DNA (oder auf deutsch DNS = Desoxyribonukleinsäure). Diese ist in jeder Körperzelle identisch, lautet ein Standardspruch von Biologen. Meistens stimmt das auch, aber eben nur meistens. Für die Ausnahmen haben Genetiker den Begriff »Mosaik« geprägt.

Bei »Mosaik«-Menschen (oder auch -Tieren) kommen bestimmte Veränderungen des Erbguts, auch Mutationen genannt, in manchen Körperzellen vor, aber nicht in allen. Diese Menschen tragen also Zellen unterschiedlichen Erbguts in sich. »Je früher eine solche Mutation auftritt, desto gravierender können die Folgen sein«, so Professor Andreas Gal vom Institut für Humangenetik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Dabei können im Prinzip alle möglichen genetischen Krankheiten die Folge sein, z. B. das Down-Syndrom (das Chromosom Nr. 21 ist dreimal statt zweimal vorhanden; Folge: unter anderem geistige Behinderung), aber auch Muskelkrankheiten oder sehr seltene Krankheiten wie das Proteus-Syndrom (Großwuchs bestimmter Körperteile).

Finden die Veränderungen des Erbguts nach der Befruchtung der Eizelle statt, hängt es vom Entwicklungsstadium des Embryos ab, wie viele Körperzellen später die veränderte DNA in sich tragen: Ereignet sich die Mutation unmittelbar nach der ersten Zellteilung, kommt der Mensch zur Hälfte mit veränderten und zur Hälfte mit unveränderten Zellen auf die Welt. Tritt die Mutation dagegen erst eine Zellteilung später auf, enthält nur ein Viertel der Zellen die neue DNA.

Grundsätzlich gilt: Je früher eine solche Mutation auftritt, desto größer ist die Gefahr, dass der Embryo nicht überlebt, bzw. das Neugeborene nicht lebensfähig ist. Eine besondere Form ist das so genannte Keimzellen-Mosaik: Nur die Spermien oder Eizellen haben eine veränderte DNA, nicht aber die Zellen in anderem Gewebe; dann kann es passieren, dass Eltern ihren Kindern eine genetische Krankheit vererben, ohne selbst davon betroffen zu sein.

Bitte nicht erschrecken, das Mosaik-Problem ist sehr sehr selten! Aber es lehrt wieder einmal: Keine Regel ohne Ausnahmen. Auf nichts ist Verlass!

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