Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtiger nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
Die 10 großen Mysterien unserer Existenz
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Populäre Irrtümer
Kalkutta liegt am Ganges! Oder?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Wir lernen fürs Leben, hat man uns einmal gesagt. Was uns keiner gesagt hat: Viele der Weisheiten, die man uns eingebläut hat, basieren auf purem Hörensagen – und sind schlichtweg falsch! Die westbengalische Hauptstadt Kalkutta liegt am Ganges? Johannes Gutenberg hat den Buchdruck erfunden? Elefanten sind mit einem außergewöhnlichen Gedächtnis ausgestattet? Das Faxgerät ist eine Erfindung unserer Tage? Vergessen Sie’s – nichts von alldem stimmt. Lesen Sie, wie nah heute noch Wissen am Glauben liegt.
»Elefanten haben ein außergewöhnliches Gedächtnis«
Tatsächlich kommt es vor, dass ein Elefant sich nach Jahren oder Jahrzehnten an einem brutalen Tierpfleger rächt. Aber das ist keine Ausnahme im Tierreich: Gefangene Tiger und Löwen haben sich als ähnlich erinnerungsstark erwiesen. Das beste Gedächtnis aller Tiere haben wahrscheinlich Seelöwen. Forscher testeten vor kurzem ein Seelöwenweibchen, dem sie zehn Jahre zuvor beigebracht hatten, Buchstaben und Zahlen zu unterscheiden. Auch nach der langen Pause löste das Weibchen alle Aufgaben mit Bravour.
»Luther schlug 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg und gründete damit die evangelische Kirche«
Die Wahrheit ist weitaus komplizierter: Der katholische Mönch Martin Luther ärgerte sich 1517 über den seit elf Jahren laufenden Ablasshandel. Um Geld einzutreiben, verkaufte die Kirche damals Ablassbriefe, mit denen Angehörige ihre Verstorbenen angeblich aus dem Fegefeuer freikaufen konnten. Ob die Sünder ihre Sünden bereut hatten, spielte keine Rolle: Die Zahlung von Bargeld genügte. Um gegen diesen Missstand zu protestieren, schickte Luther am 31.Oktober 1517 einen Brief mit 93 Thesen an seinen Vorgesetzten. Da er keine Anwort erhielt, legte er später seine Thesen – inzwischen auf 95 angewachsen – zu einer öffentlichen Diskussion vor. Wie damals üblich, wurden sie dazu von einem Universitätsdiener an allen Kirchentüren Wittenbergs und an der Universität angeschlagen. Dass diese theologische Auseinandersetzung die Kirche spalten und eine evangelische Kirche entstehen würde, hatte Luther wohl weder beabsichtigt noch geahnt.
»Der Sturm auf die Bastille löste die Französische Revolution aus«
Jedes Jahr am 14. Juli feiern die Franzosen an ihrem Nationalfeiertag ein Ereignis, das gar nicht stattgefunden hat: den Sturm auf die Bastille. Tatsächlich wurde die Pariser Gefängnisfestung des Königs am 14. Juli 1789 nicht gestürmt, sondern den Aufständischen friedlich übergeben.
Die Bastille war zu jener Zeit ein marodes Mauerwerk mit gerade einmal sieben Gefangenen und einem Häuflein Invaliden als Wächter – die Regierung hatte bereits mit dem Gedanken gespielt, den Bau abzureißen. Auch den Revolutionären waren die Bastille und deren Insassen herzlich egal: Ihnen ging es um ein paar Kanonen, die kurz zuvor in die Festung geschafft worden waren und die sie konfiszieren wollten. Es gab zwar die eine oder andere kurze Schießerei mit der Besatzung der Bastille, aus den Kanonen fiel aber nur ein einziger Warnschuss.
Nach Verhandlungen wurde die Bastille kampflos übergeben – erst danach drang eine plündernde Menschenmenge in die Festung ein, enthauptete den ehemaligen Festungskommandanten Launey und trug seinen Kopf auf einer Stange durch Paris.
»Spinat enthält besonders viel gesundes Eisen«
Eier oder Weißbrot beispielsweise enthalt ungefähr genauso viel Eisen wie Spinat: Etwa 2,2 Milligramm (mg) pro 100 Gramm.
Dennoch ist die Legende vom besonders eisenhaltigen Spinat nicht auszurotten. Sie geht zurück auf den Baseler Physiologen Gustav von Bunge, der Ende des 19. Jahrhunderts den Eisengehalt von 100 Gramm Spinat mit 35 mg bestimmte – dieser Wert sicherte dem Spinat fortan eine unerreichte Spitzenstellung unter den Gemüsen.
Was dabei übersehen wurde: Bunge hatte für seine Messungen getrockneten Spinat verwendet. Da frischer Spinat aber zu 90 Prozent Wasser enthält, liegt sein Eisengehalt etwa zehnmal so niedrig. Wer seinen niedrigen Eisengehalt im Blut kompensieren will, sollte daher eher Schweineleber (22 mg) oder Kürbiskerne (13 mg) essen. Selbst Schokolade (6,7 mg) liefert mehr Eisen als Spinat.
Ins Reich der Legenden gehört übrigens auch, dass Eisen prinzipiell gesund wäre. Der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer warnt sogar: »Eisen fördert Entzündungen, da es im Stoffwechsel von Bakterien eine wichtige Rolle spielt.« Zu viel Eisen kann daher für den Körper schädlich sein.
»Gutenberg hat den Buchdruck erfunden«
Der Mainzer Buchdrucker hatte Vorgänger, die ihm um Jahrhunderte voraus waren. Bereits um das Jahr 1040 druckte der chinesische Meister Bi Sheng Bücher mit beweglichen Lettern. Und lange bevor Gutenberg 1452 mit dem Druck seiner berühmten 180 Bibeln begann, gab es auch in Europa die Technik, seitenverkehrte Holzschnitte herzustellen, sie mit Farbe zu bestreichen und auf Papier zu drucken. Das Verdienst Gutenbergs ist es aber, den Buchdruck mit beweglichen, aus Metall gegossenen Lettern so verbilligt zu haben, dass Bücher zum Massenmedium werden konnten.
»Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen«
Ob man bei einem Gewitter unter einer Eiche oder einer Buche Schutz vor Blitzen sucht, ist egal: Allein stehende Bäume sind immer gefährlich. Je höher sie sind, umso mehr steigt die Wahrscheinlichkeit eines Blitzeinschlags. In diesem Fall wird der Baum sogar zur Gefahrenquelle: Einerseits kann Rinde absplittern und den Schutzsuchenden verletzen, andererseits breiten sich im Umkreis von etwa 20 Metern enorme Blitzströme aus. Wer in dieser Zone steht, leitet den Strom durch seinen Körper.
Der Irrglaube von den sicheren Buchen entstand vermutlich, weil die Rinde einer Eiche nach einem Blitzeinschlag deutlich zerstörter aussieht als die einer Buche. Der Grund: Die Buche hat eine glattere Rinde, an der Blitze weniger Spuren hinterlassen. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Blitzschlag ums Leben zu kommen, ist übrigens sehr gering: Bei 1,3 Millionen Einschlägen pro Jahr in Deutschland sterben nur zehn Menschen!
»Kolumbus wurde ausgelacht, weil er die Erde für rund hielt«
Als Kolumbus für sein Vorhaben, nach Indien zu segeln, das spanische oder portugiesische Königshaus als Sponsoren zu gewinnen suchte, wurde er durchaus nicht ausgelacht, weil er die Erde für eine Kugel hielt. Das war damals längst bekannt. Strittig war einzig und allein die Frage, welchen Umfang die Erdkugel hat, und hier irrte Kolumbus gründlich: Er vermutete, dass der Weltumfang 28000 Kilometer beträgt, was die Experten der Königshäuser zu Recht für viel zu gering hielten. Heute wissen wir es genau – die Länge des Erdumfangs am Äquator beträgt 40075 Kilometer.
»Affen lausen sich gegenseitig«
Die sozialen Tiere befreien sich lediglich gegenseitig von abgeschuppter Haut und von Salzresten, die sich beim Schwitzen gebildet haben. Gleichzeitig ist diese gute Tat eine Art Sozialtraining, das das Miteinander fördert.
»Fingernägel und Haare wachsen nach dem Tod weiter«
Mit dem Stillstand des Blutkreislaufs werden auch die Zellen, in denen sich Haare und Fingernägel bilden, nicht mehr mit Sauerstoff versorgt: Dadurch stoppt die Zellteilung. Bartstoppeln können allerdings nach dem Tod etwas länger aussehen, weil sie aus der austrocknenden Haut weiter herausstehen.
»Hitler baute die erste Autobahn«
Dieser Spruch ist ein Überbleibsel der Nazi-Propaganda, derzufolge Hitler 1924 die Idee für ein deutschlandweites Autobahnnetz hatte. Tatsächlich begannen bereits 1909 die ersten Enthusiasten, Geld für eine automobile Versuchsstrecke zu sammeln: die AVUS in Berlin. 1921 wurde sie fertig gestellt und war seitdem Vorbild für alle weiteren Autobahnbauten. Die erste Autobahn für jedermann entstand zwischen Köln und Bonn; Konrad Adenauer, damals Kölner Oberbürgermeister, eröffnete sie 1929. Bei der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten befand sich bereits ein ganzes Netz von Autobahnen entweder im Bau oder in der Planung – Hitler ließ die Arbeiten bloß vollenden.
»Erfinder der Dampfmaschine ist James Watt«
Als James Watt 1736 zur Welt kam, war die Dampfmaschine schon lange in Betrieb. Bereits 1655 hatte Edward Somerset, Marquis und Earl of Worces-ter, einen ersten Entwurf gezeichnet; 1685 baute der Franzose Denis Papin ein funktionstüchtiges Modell, und ab 1705 verkaufte der Engländer Thomas Newcomen Dampfmaschinen, die zur Entwässerung von Bergwerken genutzt wurden – allerdings mit einem Wirkungsgrad von nur einem Prozent. Das Verdienst von James Watt war die Verbesserung der Dampfmaschine. Er steigerte ihre Effizienz so sehr, dass sie zu einem großen kommerziellen Erfolg wurde: Man setzte sie in unzähligen Fabriken und später auch in Dampflokomotiven ein.
»Das Faxgerät ist eine moderne Erfindung«
In Wirklichkeit ist das Faxgerät älter als das Telefon. Schon 1843 erhielt der schottische Uhrmacher Alexander Bain ein Patent auf ein Gerät zur Übertragung von Bildern, das nach denselben Prinzipien funktionierte wie heutige Faxgeräte. Zwanzig Jahre später stellte Philipp Reis eine Maschine vor, die gesprochene Wörter übertragen konnte: das Telefon. Es wurde bald sehr populär, während das Fax ein Mauerblümchendasein fristete. Dessen Aufstieg als Massenartikel begann erst in den 1980er Jahren, als die Maschinen klein und billig geworden waren. In Japan fand das Fax angeblich deswegen großen Absatz, weil es dort üblich ist, die Hausnummern einer Straße in der Reihenfolge des Baus der Häuser zu vergeben: Wer eine japanische Adresse finden will, braucht also unbedingt eine gezeichnete Wegbeschreibung!
»Zerteilt man einen Regenwurm, so leben beide Hälften weiter«
Ein Regenwurm besteht von Kopf- bis Schwanzende aus bis zu 180 Segmenten. Trennt man das Kopfende so ab, dass ihm mindestens 40 Segmente bleiben, ist es zur Regeneration fähig. Trennt man weniger als sechs Segmente des Kopfendes ab, so vervollständigt sich das Schwanzende zu einem ganzen Wurm. Zwei lebende Regenwürmer entstehen nie. Anders ist es beim niederen Strudelwurm: Er vermehrt sich durch Teilung. Man kann ihn im Extremfall durch ein Sieb passieren und erhält dann Hunderte neue Würmer.
»Eine Kompassnadel zeigt immer nach Norden«
Das stimmt schon deshalb nicht, weil der magnetische Nordpol und der nördlichste Punkt der Erde rund 3000 Kilometer weit auseinander liegen (zwischen diesen beiden Punkten zeigt die Kompassnadel sogar nach Süden). Davon abgesehen fließen die Linien der Magnetfelder nicht schnurstracks zum magnetischen Nordpol, sondern sie schlagen Kurven. Folgt man mit einem Kompass also dem Magnetfeld, erreicht man zwar letztlich den magnetischen Nordpol, macht dabei aber etliche Umwege.
»Eines der berühmtesten Gemälde Rembrands ist die Nachtwache«
Das Bild ist zwar von Rembrandt – aber es stellt keine »Nachtwache« dar. Der richtige Titel des Gemäldes lautet »Die Gesellschaft des Frans Banning Cocq«, und zu sehen ist dessen Schützenkompanie im hellen Mittagslicht. Einer der Musketiere hält sogar ein Brennglas in der Hand, mit dem er eine Lunte anzündet. Aus der Mittags- wurde eine Nachtszene, weil das Bild jahrelang im Amsterdamer Rathaus über dem Kamin hing und dort schlichtweg verrußte.
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- Ist da jemand?
- Der gute Herrscher

























