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Noetik

Können Gedanken Materie verändern?

Noetik heißt die junge Wissenschaft, die in Dan Browns Roman »Das verlorene Symbol« die Hauptrolle spielt. Noetik bezieht sich auf Quantenphysik und Bewusstseinsforschung und behauptet: Geist und Materie sind gar nicht getrennt.

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Können Gedanken Materie verändern?Können Gedanken Materie verändern?
Noetik wird die Grenzwissenschaft genannt, die Erkenntnisse der modernen Quantenphysik mit denen der Bewusstseinsforschung zusammenführen soll
Wikimedia Commons / Sandy Chase

Was hat es mit Noetik auf sich?

Edgar Mitchell war auf dem Heimweg. Er hatte noch etwa 400 000 Kilometer vor sich an diesem 7. Februar des Jahres 1971. Nach mehreren Expeditionen auf dem Mond saß er in der Kommandokapsel »Kittyhawk« der Apollo-14-Rakete, müde, aber fasziniert blickten er und seinen beiden Astronauten-Kollegen Stuart Roosa und Alan Shepard aus dem Fenster. »Wir drehten uns mit unserer Kapsel langsam im Kreis, um das thermische Gleichgewicht zu halten«, erinnert sich der heute 80-Jährige, »und sahen im Abstand von zwei Minuten die Erde, den Mond, die Sonne, die gesamte Palette der Sterne am Kabinenfenster auftauchen.«

Und dann hatte Mitchell eine Epiphanie (griech: Erscheinung), die sein Leben verändern sollte: »Ich fühlte, dass die Moleküle meines Körpers mit denen da draußen in Verbindung standen, eine Verbundenheit mit dem Universum wie ein unsichtbares Netz, das alles miteinander verknüpft. Ich wusste plötzlich, dass alles mit allem zusammenhängt.« Manche würden so etwas eine Vision, eine Wahnvorstellung, den Ausrutscher eines überanstrengten Gehirns nennen. Mitchell lächelt und sagt: »Dieses Wissen kam auf direktem Weg zu mir, und zwar nicht über den Kopf: Ich habe es körperlich gespürt.«

Ein Jahr nach dem Mondflug quittierte er den Dienst bei der NASA und gründete das Institute of Noetic Science (IONS), eine Forschungseinrichtung im kalifornischen Petaluma, die sich mit Gedankenübertragung, Telepathie, Psychokinese und Meditation befasst.

Woher kommt der Begriff Noetik?

Noetik (griech: noétos = geistig wahrnehmbar) wird die junge Grenzwissenschaft genannt, die Erkenntnisse der modernen Quantenphysik mit denen der Bewusstseinsforschung zusammenführen soll. Der amerikanische Bestseller-Autor Dan Brown, in dessen Roman »Das verlorene Symbol« die noetischen Wissenschaften eine tragende Rolle spielen, schreibt: »Das Potential der Noetik ist atemberaubend. Institute wie das IONS oder PEAR (Princeton Engineering Anomalies Research Lab) haben unumstößlich bewiesen, dass Materie miteinander verbunden ist, verschränkt in einem einzigen, einheitlichen Geflecht – einer Art universeller Einheit.«

Brown ist Romancier, ein leicht zu begeisternder wissenschaftlicher Laie, der übertreiben darf. Die Londoner Autorin Lynne McTaggart ist eine international anerkannte Wissenschaftsjournalistin. Sie hat in achtjähriger Arbeit die Forschungen der Noetik aus aller Welt zusammengefasst und meint: »Alle Experimente legen die Schlussfolgerung nahe, dass Bewusstsein eine Substanz jenseits unserer Körpergrenze ist, eine Energie, die Materie verändern kann.«

Diese Substanz hat einen wissenschaftlichen Namen: das Nullpunkt-Feld. So nennen Quantenphysiker die Kraft in der subatomaren Ebene der lebenden Materie, die das Universum wie ein Netz durchzieht und die lange als das Vakuum bezeichnet wurde – das Nichts. Inzwischen weiß man, dass es randvoll ist mit Energie. Damit nicht genug: Wissenschaftliche Versuche deuten darauf hin, dass die universelle Energie auch nutzbar ist. In diesem Zusammenhang elektrisiert ein Wort Physiker und Bewusstseinsforscher weltweit. Es heißt – im Englischen wie im Deutschen – »Intention« und umschreibt die Kraft unseres Geistes, die Welt zu verändern.

Die Kernthese der Noetik lautet: Auch Gedanken sind Materie, und da alle Elementarteilchen des gigantischen Nullpunkt-Feldes miteinander kommunizieren, können Gedanken Materie beeinflussen. Der amerikanische Physiker Harold Puthoff vom Institute for Advanced Studies in Austin/Texas, wagt die Prognose: »Das letzte Jahrhundert war das Atomzeitalter – dieses könnte als das Nullpunkt-Zeitalter in die Geschichte eingehen.«

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.3 (36 Bewertungen)
Autor/in: Karsten Flohr


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