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Lechfeld

König Ottos Sieg über die Ungarn

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Die Magyaren zogen vom Ural an den Don, an die Donau und von dort wollten sie weiter nach Westen. Sie überfielen und terrorisierten die Städte und Siedlungen in ganz Europa. Erst in der Schlacht auf dem Lechfeld – vor den Toren Augsburgs – wurden die Ungarn endgültig geschlagen und im Karpatenbecken sesshaft.

August des Jahres 955: Reiter aus einem fremden Land verlassen das Dickicht. Ihr Haar tragen diese Krieger zu zwei Zöpfen geflochten, ihrem Aussehen nach könnten es Mongolen sein. Ihre Pferde sind kurzbeinige, stämmige Tiere mit zottiger Mähne, schnell und ausdauernd zugleich. Über den Schultern tragen die Männer Bögen, im Köcher links an der Hüfte ein Bündel Pfeile mit Eisenspitzen, rechts einen Säbel mit krummer Klinge. Im Kampf lassen die Reiter die Zügel los. So können sie auch im Galopp einen Hagel von Pfeilen auf ihre Feinde niederprasseln lassen.

Tatsächlich sind es Ungarn, die sich an diesem Sommertag der Stadt Augsburg nähern. Die Glocken der Bischofsstadt läuten Sturm. Bereits seit 50 Jahren versetzt das Nomadenvolk, das sich selbst Magyaren nennt, Europa in einen permanenten Kriegszustand. Von Dänemark bis nach Apulien, von der Iberischen Halbinsel bis nach Byzanz fallen die Horden über Europa her.

Wo immer die Reiter auftauchen, verüben sie Gewalt und Mord. Sie stecken Kirchen, Klöster, ganze Siedlungen in Brand, sie verschleppen Männer, Frauen und Kinder. Die Chroniken sind voll von Berichten dieser Art. Als »grausamer denn alle Bestien« und als »Feinde Christi« werden die Ungarn bezeichnet. In den Gotteshäusern flehen die Gläubigen: »Von den Pfeilen der Magyaren errette uns, o Herr!«

Auch in Augsburg beten die Menschen. Südlich der Stadt haben die Angreifer ihr Lager aufgebaut. Hier wird sich in den kommenden Tagen das Schicksal Europas entscheiden.
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Autor/in: Alexander Galdy

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