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Mythos

König Artus lebt!

Der sagenhafte König der keltischen Briten ist bis heute ein Idol des Abendlands. Aber warum beschäftigt Artus, ein Ritter aus dem 6. Jahrhundert, der wohl nie gelebt hat, noch immer unsere Fantasie? Weil seine Tugenden auch für das 21. Jahrhundert Vorbild sein können.

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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König Artus lebt!König Artus lebt!
iStockphoto

Tausend auf einen Streich – beinahe jedenfalls. Das konnte nur einer zuwege bringen: Artus – oder Arthur, wie er in England genannt wird. Bei der Schlacht am Mount Badon »fielen neunhundertsechzig Männer an einem Tag durch eine einzige Attacke Artus', und kein anderer als er allein brachte sie zu Fall«. Hilfe von oben hatte er in diesem großen Kampf des 6. Jahrhunderts wohl doch. Das Bild der Jungfrau Maria auf seinem Schild schützte ihn vor den Waffen der eindringenden heidnischen Sachsen. Mit der Kraft des Glaubens schlug er härter zu als jeder andere – und die edelste aller Waffen verlieh ihm übermenschliche Kräfte, das magische Schwert »Excalibur«.

Mit der Anekdote von Mount Badon begründen walisische Schriften gegen Ende des ersten Jahrtausends die größte Ritterlegende des Abendlands. Der Mythos vom kelto-britischen Artus fasziniert uns bis heute. Männlich war er, mächtig, christlich und tugendhaft. Ein wackerer Recke und starker König im Geiste des Abendlands. Doch wie kann es sein, dass eineinhalb Jahrtausende nach dem historisch umstrittenen Blutbad am Mount Badon Artus’ Ruhm noch immer weiterlebt? Was machte, unter all den glänzenden Helden, gerade ihn zum unsterblichen Idol?

Über die Jahrhunderte hinweg hat Artus vielen Herrschaften gedient. Dichter haben ihn besungen, Staatsmänner und Diktatoren für ihre jeweiligen Zwecke benutzt. Der britische Premier Winston Churchill, im Zivilberuf Historiker, geriet in seinem Standardwerk zur Nationalgeschichte regelrecht ins Schwärmen: »Lasst uns verkünden«, schreibt er, »dass König Arthur und seine edlen Ritter die heilige Flamme der Christenheit und die Idee einer Weltordnung beschützt haben.«

Auch im 21. Jahrhundert braucht sich Artus um Fan-Nachwuchs nicht zu sorgen: In den Jugendzimmern ist er der unvergängliche Held geblieben – in den alten Sagenbüchern genauso wie in der neuesten Fantasy-Literatur. Artus und seine Ritter gibt es als Kartenspiele, PC-Games oder Schachfiguren. Artus allerorten – wo und wie man ihn gerade braucht. Dabei ist nicht einmal klar, ob das Über-Mannsbild überhaupt jemals existiert hat. Viele Versionen der Geschichte gediehen über die Jahrhunderte prächtig, ihr Kern ist schnell erzählt.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.5 (2 Bewertungen)
Autor/in: Renée Lugschitz


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