Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtiger nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.
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Wissenschaft aktuell
Jetzt ist das digitale Kino nicht mehr zu bremsen
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Sprung vom 19. ins 20. Jahrhundert: Digital-Kameras mit supergroßen Bildspeichern und neue Projektoren machen Zelluloid im Fimlgeschäft entbehrlich.
Kino ist nach hundert Jahren immer noch eine Domäne des 35-mm-Zelluloidfilms – jetzt ebnen neue Technologien den Weg für den digitalen Film. Bei der Produktion eines 90-minütigen Spielfilms muss eine Datenmenge von 10 bis 40 Terabyte gespeichert werden, wofür bis zu 300 PC-Festplatten nötig wären. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) haben einen schuhkartongroßen Speicher entwickelt, der nur noch drei Kilogramm wiegt und einen halbstündigen unkomprimierten Digitalfilm in hoher Auflösung speichert. Solche Geräte waren bisher nur in Form großer, kaum beweglicher Server verfügbar – für Filmaufnahmen eher ungeeignet.
Der neue mobile Fraunhofer-Speicher besteht aus einem Paket moderner, hochleistungsfähiger Notebook-Festplatten. Die für das künftige Digital-Kino notwendigen digitalen Aufnahmekameras haben einen elektronisch steuerbaren Verschluss, der bis zu tausend Bilder pro Sekunde und damit eine völlig neue Dynamik ermöglicht: Selbst Kameras für das High Definition TV (HDTV) schafften bisher nur 24 Bilder.
Die neueste Kamera-Generation ist mit superschnellen CMOS-Sensoren bestückt – sehr lichtempfindlichen Halbleitern, die höchste Auflösung, Farbtreue und Kontrastschärfe gewährleisten. Aus ihren Bildern lassen sich einzelne Punkte und Partien herauslösen und elektronisch verändern, was vielfältige Spezialeffekte ermöglicht – etwa Verzerrungen oder Spiegelungen.
Auch die Technik im Kino wird digital. Wegen der hohen Anschaffungskosten für Digital-Kinoprojektoren, die bei 150000 Euro liegen, gibt es weltweit bisher aber erst 150 digitalisierte Kinosäle. Mehrere kleine Projektoren, die die Leinwand wie ein Mosaik füllen, wären erheblich günstiger, meinen die Fraunhofer-Forscher. Digital-Spielfilme lassen sich preiswert kopieren und über Breitbandkabel oder Satellit auf die Kinos verteilen. Allein in Deutschland werden heute noch jährlich etwa 50000 Filmkopien gezogen, das Stück zu 1200 Euro. Bis zu 90 Prozent dieser Kosten ließen sich durch die Digitaltechnik einsparen, schätzen Experten.
Wolfgang C. Goede
Homepage der Fraunhofer-Allianz Digital Cinema;http://www.dcinema.fraunhofer.de
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