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Skurrile Theorien zum Leben Christi

Jesus kam bis Srinagar

Zog der spätere Messias nach Indien, um dort die Lehren des Buddhismus zu studieren? Oder ist er gar dort begraben? Kein Witz – diese These ging noch vor 30 Jahren durch die Medien.

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Den weitaus größten Teil unseres Wissens über den Begründer der christlichen Religion beziehen wir aus den Texten der vier Evangelisten. Doch die Auswahl der Evangelien für das Neue Testament wurde erst Ende des 4. Jahrhunderts getroffen, und die Wissenschaftler sind sich sicher, dass keine der Schriften auf historisch genauen Fakten beruht. Wer auch immer sich hinter den Namen Lukas, Matthäus, Markus und Johannes verbergen mag – keiner von ihnen kannte den Mann aus Galiläa persönlich.

Nun handelt es sich bei den Evangelien um die zentralen Texte des christlichen Glaubens und nicht um eine Biografie Christi – sagt die Kirche. Jesus selbst hat seine Lebensgeschichte nicht aufgeschrieben, und es gibt weder Augenzeugenberichte noch eine Lebensbeschreibung, die auf historisch gestützten Tatsachen beruht. Der evangelische Theologe Rudolf Bultmann hat es auf den Punkt gebracht: »Von Jesus wissen wir historisch eigentlich gar nichts; das, was wir sicher wissen, passt auf eine Postkarte.«

Da also kaum verlässliches Quellenmaterial über den historischen Jesus existiert und es schwierig ist, klare Fakten zu ermitteln, ist der Raum für Spekulationen groß. Und da die Menschen zudem von Haus aus neugierig und sehr erpicht darauf sind, vom Baum der Erkenntnis zu kosten, hat es sich als lukratives Geschäft erwiesen, die aberwitzigsten Theorien über das Leben Jesu zu entwickeln und zu publizieren.

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Autor/in: Antje Windgassen


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