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Mission

Jesuiten beim Kaiser von China

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Ich, Matteo, fuhr vom fernen Westen über das Meer und gelangte nach China, angelockt vom Ruhm des großen Königreichs, den edlen Tugenden seines Königs und den guten Sitten, die von den alten Kaisern überliefert sind ...

Im Mai 1595 legte der italienische Jesuitenpater Matteo Ricci in der Stadt Zhaoqing zum ersten Mal die Tracht der chinesischen Gelehrten an. »Das Kleid hat violett-braune Farbe mit sehr breiten und offenen Ärmeln«, schreibt er aus China nach Europa. »Die Fußbekleidung ist aus Seide, mit gewissen Stickereien und Wappen, entsprechend dem Grade (der Literaten). Das Birett ist höher als unser europäisches, hat verschiedene Farben und ähnelt eigen-artigerweise der Mitra der Bischöfe.« Ab jetzt ließ sich der Jesuit, dessen Ordens-regeln ihn zu Armut verpflichteten, mit einer Sänfte aus dem Haus tragen, wenn er sich zu seinen zahlreichen Besuchen bei den Mandarinen – den hohen chinesischen Beamten – aufmachte. Der Vollbart und das lange Gewand machten Ricci (1552– 1610) zu einer imposanten Erscheinung. Was war geschehen? Kurzum, Matteo Ricci hatte in den zwölf Jahren, die er in der Verwaltungsstadt Zhaoqing im Südwesten Chinas verbracht hatte, nichts weniger als eine Wende in der katholischen China-Mission eingeläutet.

Zwar gab es seit dem 7. Jahrhundert immer wieder Kontakte zwischen dem christlichen Europa und China, aber die Missionierungsversuche waren bisher ohne dauerhaften Erfolg geblieben. Der Jesuitenorden – ein Kind der Gegenreformation – hatte es sich von der Gründung im Jahr 1534 an zur Aufgabe gemacht, die neu entdeckten Erdteile für den katholischen Glauben zu »retten«. So fuhren die Patres auf den Schiffen der Portugiesen und Spanier nach Amerika, Afrika und Asien. Von der portugiesischen Handelsstation Macao an der Südküste Chinas aus versuchten die Jesuiten immer wieder, ins Innere des Riesenreichs vorzudringen.

China hatte zwar Anfang des 15. Jahrhunderts seine Chance zur Eroberung der Welt vertan, die Überseeflotte zerstört und sich für die Isolation hinter der Großen Mauer entschieden. Trotzdem waren die Chinesen, die ihr Land als Mittelpunkt der Welt betrachteten, noch bis ins 18. Jahrhundert eine der am weitesten entwickelten Kulturnationen der Welt. Die Methoden der Spanier in Südamerika und auf den Philippinen, wo Krone und Kirche Hand in Hand die »Eingeborenen« mit »Feuer und Schwert« zu missionieren versuchten, wären in China chancenlos gewesen.
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Autor/in: Heidi Spirk


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