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Jaguar XJ: Von der Modernität getrieben, den Markenwerten verpflichtet

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Auf Dauer lässt sich von der Tradition allein nicht leben. Da mögen die Erinnerungen an die guten alten Zeiten noch so verklärt sein, bei den Verkäufen zählt das Jetzt und Wegweisende in die Zukunft. Diese Erfahrungen hat auch Jaguar machen und seine drastisch Modellflotte auffrischen müssen. „Unsere Zukunft kann nicht in der Vergangenheit liegen“, hat der Chef von Jaguar Mike O’Driscoll gesagt und den Zwang zur Modernität untermauert. Bei allem Bruch mit der Vergangenheit bestand dann doch die schwierige Aufgabe, einem Jaguar sein charakteristisches Aussehen angedeihen zu lassen, damit er eineindeutig als solcher in der Masse identifiziert werden kann. Luxus wie Sportlichkeit sind zuvorderst die beiden Markenkerne, die Limousinen und Coupés seit Sir William Lyons Zeiten auszeichnet.

Der neue, in die achte Generation gehende XJ, wurde im letzten Jahr in London vorgestellt. Er folgt der Tradition und bricht gleichzeitig radikal mit ihr. Luxus in Bestform muss nicht bedeuten, mit dem kostbaren Treibstoff verschwenderisch umzugehen. Die neuen Diesel- und Benzinmotoren sind auf der Höhe der Zeit und setzen Bestmarken bei Verbrauch und Komfort. Das sollte man vorher wissen, wenn man sich hinter das Lenkrad des neuen XJ setzt und das Gefühl genießt, in einem Jaguar zu sitzen. Jaguar ist immer etwas Besonderes und dieses Bauchgefühl beeinflusst das Sinnenerlebnis direkt. Es kann als positiv Empfundenes verstärken, das Leder noch intensiver riechen lassen als es vielleicht in Wirklichkeit ist, es lässt liebevolle Details erspähen, die mit dieser Vorkonditionierung vielleicht so nicht wahrgenommen worden wären. Es ist auch in der Lage, Kritikpunkte auszublenden oder zu mildern.

Sinnliches Erleben hat immer eine andere Qualität als rationales Durchdringen und so wird ganz ehrfurchtsvoll der Jaguar bedient, gefahren, auch wenn, zugebenermaßen sich die jungfräulichen Erlebnisse des ersten Mals abschleifen und weniger intensiv sind. Wie gleichermaßen ein Gewöhnungseffekt sich einschleift, wenn anfangs Ungewohntes sich im Laufe der Zeit einschleift. Sicher gehören beim neuen XJ Kühlermaske und Heck mit der tief heruntergezogenen hinteren Dachstrebe dazu. Diese lange Coupélinie lässt den Wagen von der Seite wie eine Schräghecklimousine erscheinen, eine Form, die von deutschen Kunden nicht unbedingt favorisiert wird und etwa auch beim Porsche Panamera auf Kritik stößt. Gleichzeitig gibt der XJ mit dem weiten Luftschlund in der Front einverwechselbares Bild, das gewohnte Harmonien bis an ihre Grenzen ausreizt.

Verglichen damit wirkt der Innenraum konservativ. Opulent mit Leder ausgeschlagen. An Chromapplizierungen wurde nicht gespart und das Erscheinungsbild der Kommandozentrale ist mit kühlem Blau illuminiert. Die Schalter liegen griffgünstig in der Hand, und ist der Drehknopf als Wählautomatik für das Getriebe erkannt, tauchen bei der Bedienung keine Überraschungen auf. Die Sechsgangautomatik, die sich bei Bedarf mit Lenkradpaddels schalten lässt, legt die Fahrstufen je nach Modus sanft bis fix ein; hält sich diskret im Hintergrund, wenn der Gasfuß das Pedal ohne Hektik drückt.

Der Sechszylinder-Biturbo-Dieselmotor ist sicherlich ein Sahneschnittchen. Er schiebt den knapp 2 Tonnen schweren Wagen mit seiner Aluminiumkarosse souverän an. 276 PS entwickeln ein Temperament, das man der Kombination XJ und Diesel so nicht zugetraut hätte. Die Prognosen gehen davon aus, dass die deutliche Mehrheit der deutschen Kunden sich für diese Variante entscheiden wird, wenn auch im Rest der außereuropäischen Welt Diesel kein Thema ist. Hier steht der klassische V8-Motor mit fünf Litern Hubraum und 385 PS im Vordergrund. Mit der Kraftkur Kompressor werden es in der Supersport Variante 510. Luxus und Sportlichkeit gehen ihre Symbiose ein und derart gestärkt will Jaguar zu neuen Ufern.

25.08.2010

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