Diese Seite bookmarken:

Diese Seite bookmarken

Psychologie & Gesundheit

Ist Milch wirklich gesund?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
Hier geht's zum aktuellen Heft »

80 Prozent der Weltbevölkerung leiden tatsächlich an Milchunverträglichkeit80 Prozent der Weltbevölkerung leiden tatsächlich an Milchunverträglichkeit
80 Prozent der Weltbevölkerung leiden tatsächlich an Milchunverträglichkeit
iStockphoto

Dass Kuhmilch groß, gesund und stark macht, lernt bei uns jedes Kind. Dass uns ein Glas Milch auch mobil, fit und schön macht, wissen wir spätestens, seit uns in der Werbung Prominente ihren Milchbart präsentiert haben. Doch makellos ist das Image des Powerdrinks inzwischen nicht mehr. Eine wachsende Schar von Milchgegnern sieht in der Kuhmilch eine Ursache für Zivilisationserkrankungen wie Übergewicht, Diabetes, Herzinfarkt oder Rheuma. Ihr Argument: Das Drüsensekret aus dem Kuheuter ist von der Natur fürs Kalb, aber nicht für den Menschen bestimmt. Es wird schlecht vertragen und kann uns im schlimmsten Fall sogar krank machen. 80 Prozent der Weltbevölkerung leiden tatsächlich an Milchunverträglichkeit (Laktoseintoleranz), weshalb beispielsweise Produkte aus Kuhmilch in der asiatischen Küche oft ganz fehlen. Aber auch bei uns gibt es zunehmend Allergien auf Milch und Milchprodukte, mit Hautbeschwerden, Reizmagen, Verschleimung der Atemwege und des Verdauungstrakts oder Kreislaufbeschwerden. (Ob die Allergien wirklich zunehmen oder heute einfach besser erkannt werden, ist dabei unklar.) Doch damit nicht genug. Regelmäßiger Genuss von Käse, Eis, Milch, Butter und Joghurt soll auch das Risiko für schwere Krankheiten erhöhen, wie Arteriosklerose, Parkinson, Diabetes und sogar Krebs. Milchanhänger halten dagegen, dass die Vorteile von Milch immer noch die Nachteile überwiegen. Und tatsächlich enthält das "weiße Gold" fast alle Nährstoffe, die der Mensch zum Leben braucht: Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate (Milchzucker), Vitamine und Mineralstoffe. Außerdem soll Milch Volkskrankheiten wie Osteoporose, Bluthochdruck und Herzinfarkt verhindern. So erscheinen inzwischen jedes Jahr immer wieder neue Studien – gegen oder für den Milchkonsum, Eindeutigkeit ist nicht in Sicht. Wem also Glauben schenken? Am besten dem eigenen Gefühl. Und dem eigenen Magen.

 

Und Sojamilch?

 

Sie sieht der Kuhmilch zum Verwechseln ähnlich, schmeckt aber ganz anders, die "Milch", die aus Soja gewonnen wird. Kuhmilch hat fast doppelt so viel Fett wie Sojamilch - auf den ersten Blick ein Nachteil, doch Milchfett ist besser verdaulich als Pflanzenfett. Dafür enthält Pflanzenfett kein Cholesterin und mehr ungesättigte Fettsäuren - gut für Herz und Kreislauf. Schwer ins Hintertreffen kommt die Kuhmilch, wenn es um den Gehalt von Eisen geht: In 100 Millilitern sind es nur 0,06 Milligramm. Die entsprechende Menge Sojamilch kann mit 0,8 Milligramm Eisen aufwarten. Dafür bringt die Kuhmilch mehr Kalzium und Vitamin B ins Spiel. Die Frage, ob Kuhmilch oder Sojamilch gesünder ist, lässt sich also nicht eindeutig beantworten. Eindeutiger fällt die Antwort aber aus für Menschen, die an Milchunverträglichkeit leiden, für sie sind Sojaprodukte eine gute Alternative. Allerdingskann auch Soja Allergien auslösen, vor allem bei jungen Menschen mit Asthma und starker Erdnuss-Allergie.

 

P.M. Fragen & Antworten Spezial "Psychologie & Gesundheit"

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (2 Bewertungen)


Weitere Fragen aus Psychologie & Gesundheit:

Einsortiert unter:

Gesundheit  /  Kalzium  /  Milch