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Das Web fährt mit

Internet im Auto

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Internet im AutoInternet im Auto

Wie aktuelle Modelle von BMW und Mercedes das Internet ins Fahrzeug holen. BMW liefert über eigene Dienste Infos wie Wetterbericht oder E-Mail. In Zukunft gibt’s auch Internetradio.In Mercedes-Modellen der E- und S-Klasse lässt sich alles, was Provider und Technik hergeben, auch nutzen: iPhone, Mobilrechner oder andere Geräte verbinden sich mit dem Funknetz und gehen so ins Internet. Der Fahrer wählt Internet-Tarif und SIM-Karte selbst.

Nicht nur Netz-Junkies wollen am liebsten immer und überall mit dem Internet verbunden sein. Es gibt ganz rationale Gründe, auch im Auto den Kontakt zum globalen Dorf nicht abreißen zu lassen. Wettervorhersagen und Verkehrsinfos finden sich im WWW ebenso wie Tausende von Internet-Radiostationen. Wer geschäftlich unterwegs ist, der schätzt es zudem, zwischendurch mal schnell Fakten über­prüfen oder auf die Angebote der Konkurrenz schielen zu können. All dies ist im Internet kein Problem. Aber wie kommt man vom Auto aus rein?

BMW bietet mit »Connected Drive« seit 2008 seine Lösung zum Thema an – für fast alle Modellreihen des Hauses, also vom Einser bis zum Siebener, zudem im X 5, X 6 und Z 4. Das »Connected Drive«-Paket ist mit rund 3000 Euro Aufpreis kein Schnäppchen, bietet aber noch etwas mehr als nur Internet im Auto. Zum Paket gehören unter anderem Naviga­tionssystem, Auskunftsdienst, Autoradio sowie ein Notrufdienst. Den kann der Fahrer bei einer Panne selbst auslösen. Öffnet sich bei einem Unfall der Airbag, setzen »Connected Drive«-BMWs automatisch einen Notruf ab.

Die ersten drei Jahre sind Navi, Zusatzdienste und Internet im Preis mit drin – ohne Begrenzung des Datenvolumens. Danach will BMW pro Jahr 130 Euro für den Internetzugang und weitere 250 Euro für die anderen Dienste.

»Connected Drive« ist mit der Fahrzeugelektronik eng verzahnt – als Bildschirm dient die Anzeige des Navi, das System wird per »iDrive«-Rad bedient. Wichtige Dienste hat BMW in die Bedien-oberfläche von Navi und Radio integriert oder arbeitet daran. Im Laufe des nächsten Jahres sollen sich etwa Internet-Radiostationen wie herkömmliche UKW-Sender während der Fahrt aufrufen lassen. Mit Wetterdiensten oder E-Mails funktioniert dies bereits jetzt.

Wer mag, kann auch per Browser ins WWW gehen – mit 25,4-Zentimetern Diagonale ist der Bildschirm in den Münchner Limousinen aber nicht größer als der der meisten Netbooks. Für Flash-Videos (dem mittlerweile populärsten Format für Bewegtbilder im Netz) reicht die Rechenleistung des Systems jedoch nicht. Mit anderen Worten: Bei YouTube gibt’s nur Daumenkino.

Gegenüber seinen Kunden ist BMW dafür verantwortlich, dass alles wie versprochen funktioniert. Die Bayerischen Motorenwerke betreiben aber keine eigenen Server oder Mobilfunkmasten, sondern kaufen die Leistung bei T-Mobile ein. Zurzeit werden die Daten mit der älteren, aber im T-Mobile-Netz flächendeckend verfügbaren EDGE-Technik auf den Bildschirm geschaufelt, der Umstieg auf UMTS ist aber im Gange.

Mercedes geht ganz anders an das Thema heran: Seit Oktober 2009 gibt es in der neuen E- und S-Klasse für rund 1000 Euro Aufpreis (inklusive Einbau) einen WLAN-Router – also ein Gerät, mit dem andere Komponenten per Funk Kontakt aufnehmen können. Für den mobilen Zugang ins Internet muss der Daimler-Fahrer selbst sorgen, sprich: sich von einem Mobilfunkanbieter eine SIM-Karte samt zugehörigem Datentarif beschaffen.

Vorteil des Mercedes-Konzepts: Beifahrer (und im Stand natürlich auch der Fahrer) sind nicht auf die Technik und den Bildschirm des Wagens beschränkt, sondern können beispielsweise das eigene Notebook im Auto genauso benutzen wie daheim oder beim Kunden. Selbstverständlich funken auch das iPhone und andere Smartphones im Netz-Daimler, vorausgesetzt, sie haben WLAN eingebaut.

Mit dem Mercedes-Konzept ist der Kunde also flexibler – auch bei den Tarifen. Allerdings ist diese Lösung für den Fahrer während der Fahrt kaum nutzbringend. Der steht hingegen bei BMWs »Connected Drive« mit seiner großen Auswahl an Diensten im Mittelpunkt.

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