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Hospital für Wildtiere

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Hospital für WildtiereHospital für Wildtiere

In England gibt es einen Ort, wo Igel, Reh und Fuchs sich auskurieren können.

Vor 28 Jahren hatte der Buchhalter Les Stocker die Begegnung seines Lebens. Er stieß auf einen schwer verletzten Igel, den er auflas und gesund pflegte. Dieser Dienst an der Natur beglückte den Engländer so sehr, dass er sich immer mehr kranken Wildtieren widmete.

Eine Stunde von London entfernt gründete Stocker das Tierkrankenhaus »St. Tiggywinkles«, in dem jährlich 10000 Patienten behandelt werden: Singvögel mit gebrochenen Flügeln, Füchse mit klaffenden Bisswunden, Haselmäuse mit Abzessen – und immer wieder Igel. 500 Stück beherbergt er auf dem Klinikgelände, sogar ein Museum wurde dem putzigen Stacheltier zu Ehren eingerichtet, in dem sich auch seltene Igelfiguren aus dem alten Ägypten finden.

Les Stockers Einrichtung ist einzigartig. 70000 Hilferufe von Tierfreunden aus der ganzen Welt erreichen die 23 Mitarbeiter und 50 Freiwilligen mittlerweile im Jahr – um des Ansturms Herr zu werden, wurden jetzt die Telefone 24 Stunden am Tage besetzt. Die meisten Menschen wissen nicht, wie sie ein angefahrenes Reh versorgen müssen, was für eine Pflege ein Dachs mit einem gebrochenen Lauf benötigt – oder ganz simpel: dass aus ihrem Winterschlaf herausgeschreckte Igel mit Wasser und Hundefutter überleben, keinesfalls aber Brot und Milch vorgesetzt bekommen dürfen.

Die vielen Erste-Hilfe-Tipps, die Stockers Team mit Tierärzten abstimmt, sind in den Bestseller »Practical Wildlife Care« eingeflossen, der derzeit in einer Neuauflage erscheint. Wer etwa wüsste, wie man den angebrochenen Schnabel eines Schwans behandelt? Dafür setzt der Brite – von der Queen ausgezeichnet und Ehrenmitglied der Veterinär-Chi-rurgen – ein von ihm erfundenes Drahtgestell ein.

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Autor/in: Wolfgang C. Goede


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