Den meisten Lärm machen die Demokraten, wenn sie auf ihr Recht pochen.
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Als Studentin im »Dritten Reich«
Hildegard Hamm-Brücher im Interview
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Die »Grande Dame« der Politik berichtet hier über einen mutigen Professor, der sich dem NS-Druck widersetzte – und ihr so das Studium ermöglichte.
P.M. HISTORY: Frau Hamm-Brücher, wie kamen Sie an die Münchner Uni?
Hildegard Hamm-Brücher: Meine Immatrikulation war nur möglich auf dem Weg einer Sondergenehmigung durch den Direktor des Chemischen Staatsinstituts, Geheimrat Heinrich Wieland. 1942, nach dem mit »gut« bestandenen Staatsexamen, bot er mir an, bei ihm zu promovieren. Ihn bewogen dazu nicht nur die guten Prüfungsergebnisse, sondern auch seine Entschlossenheit, von den Nürnberger Gesetzen betroffene Studenten in seinem Institut vor Verfolgung zu bewahren. Wieland ließ an seinem Lehrstuhl zwei Dutzend »Nichtarier« studieren, einige sogar ohne Immatrikulation als »persönliche Gäste des Institutsdirektors«.
Was für ein Mensch war Wieland?
Ein mutiger Anti-Nazi. Seine Zivilcourage beweist, dass Nichtmitmachen und dem NS-Druck zu widerstehen seitens der Universitäten durchaus möglich gewesen wäre, wenn es entschlossen versucht worden wäre. Mein Doktorvater war kein Widerstandskämpfer, kein Held oder Märtyrer, aber ein exzeptioneller Widersteher von beispielhafter Integrität. Ich erlebte ihn als Fels in der braunen Brandung, sein Institut als Oase der Anständigkeit in einer verwüsteten akademischen Landschaft. Hier wurde weder gespitzelt noch denunziert noch wurden Nazi-Sprüche geklopft.
Wie viele Wissenschaftler wie Wieland gab es in Hitler-Deutschland?
Leider viel zu wenige. Wenn es davon nur eine Handvoll in jeder Universität gegeben hätte, hätten sich die akademischen Eliten weit weniger schuldig gemacht am Niedergang der deutschen Kulturnation. So etwa urteilte der Physiker und Nobelpreisträger Max von Laue: »Wir alle haben gewusst, dass schreckliches Unrecht geschah, aber wir wollten es nicht sehen, wir betrogen uns selbst.«
P.M. HISTORY: Frau Hamm-Brücher, wie kamen Sie an die Münchner Uni?
Hildegard Hamm-Brücher: Meine Immatrikulation war nur möglich auf dem Weg einer Sondergenehmigung durch den Direktor des Chemischen Staatsinstituts, Geheimrat Heinrich Wieland. 1942, nach dem mit »gut« bestandenen Staatsexamen, bot er mir an, bei ihm zu promovieren. Ihn bewogen dazu nicht nur die guten Prüfungsergebnisse, sondern auch seine Entschlossenheit, von den Nürnberger Gesetzen betroffene Studenten in seinem Institut vor Verfolgung zu bewahren. Wieland ließ an seinem Lehrstuhl zwei Dutzend »Nichtarier« studieren, einige sogar ohne Immatrikulation als »persönliche Gäste des Institutsdirektors«.
Was für ein Mensch war Wieland?
Ein mutiger Anti-Nazi. Seine Zivilcourage beweist, dass Nichtmitmachen und dem NS-Druck zu widerstehen seitens der Universitäten durchaus möglich gewesen wäre, wenn es entschlossen versucht worden wäre. Mein Doktorvater war kein Widerstandskämpfer, kein Held oder Märtyrer, aber ein exzeptioneller Widersteher von beispielhafter Integrität. Ich erlebte ihn als Fels in der braunen Brandung, sein Institut als Oase der Anständigkeit in einer verwüsteten akademischen Landschaft. Hier wurde weder gespitzelt noch denunziert noch wurden Nazi-Sprüche geklopft.
Wie viele Wissenschaftler wie Wieland gab es in Hitler-Deutschland?
Leider viel zu wenige. Wenn es davon nur eine Handvoll in jeder Universität gegeben hätte, hätten sich die akademischen Eliten weit weniger schuldig gemacht am Niedergang der deutschen Kulturnation. So etwa urteilte der Physiker und Nobelpreisträger Max von Laue: »Wir alle haben gewusst, dass schreckliches Unrecht geschah, aber wir wollten es nicht sehen, wir betrogen uns selbst.«
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