Diese Seite bookmarken:

Diese Seite bookmarken

Kardialchirurgie

Hightech-Hilfe für kranke Herzen

Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
Hier geht's zum aktuellen Heft »

Neue Methoden erlauben den Chirurgen heute lebensrettende Operationen, die noch vor wenigen Jahren technisch unmöglich waren.

Das hohe Kreischen der Knochensäge scheint den Patienten nicht zu ängstigen. Franz Meckel (Name geändert) liegt entspannt und bei vollem Bewusstsein auf dem Operationstisch, während Dr. Tayfun Aybek mit einer elektronischen Säge das Brustbein des 67-Jährigen durchtrennt. Als später ein metallener Spanner die Brustkorbhälften auseinander drückt, schimmert in der Tiefe das pulsierende Herz.

In den folgenden Stunden gelingt Dr. Aybek, Oberarzt an der Frankfurter Uni-Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, ein herzchirurgisches Bravourstück: Mit drei Bypässen überbrückt er verengte Herzkranzgefäße des Rentners aus Offenbach – am schlagenden Herzen und an einem wachen Patienten, der hinter einem grünen Tuch interessiert den Bemerkungen seiner Operateure lauscht.

Die neue Operationsmethode gehört zu den eindrucksvollen Innovationen der modernen Herzchirurgie: Sie erspart dem Kranken die Vollnarkose, den Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine, einen Tag auf der Intensivstation, und sie garantiert vor allem völlige Schmerzfreiheit nach dem Eingriff. Schon am Vorabend der Operation hatte ein Anästhesist bei dem Herzkranken einen dünnen Katheter zwischen den ersten und zweiten Brustwirbel in die Nähe der Rückenmarkshaut gelegt. Durch diesen Katheter wird während der Operation und bis zu drei Tage danach ein Betäubungsmittel gespritzt, das alle Schmerzen im Brustkorb ausschaltet.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Autor/in: Ulrich Doenike


Mehr zum Thema:

Einsortiert unter:

Bypass  /  Chirurgie  /  Herz  /  Herzchirurgie  /  Herzklappe  /  Herzkranzgefäß  /  Katheter