Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
Ausgabe
03/2012
Ausgabe
03/2012
Ausgabe
01/2011
Ausgabe
04/2011
Ausgabe
02/2012
Vorsicht, Ansteckungsgefahr!
Charismatische Persönlichkeiten
Biografie eines Cafés
Grand Café Odeon Zürich
Ausgabe
04/2011
Ausgabe
01/2012
Ausgabe
02/2012
Ausgabe
01/2012
Ausgabe
01/2012
98 qualitativ hochwertige Sudokus – für Anfänger, Fortgeschrittene, Experten und Champions
Zu gewinnen: drei iPods nano!
Ausgabe
01/2011
Noch mehr Rätselspaß:
P.M. Logicals bringt Ihre grauen Zellen auf Hochtouren. Mit 45 anspruchsvollen Logik-Puzzles
Ausgabe
01/2011
Dinosaurier
Her mit den Genosauriern!
Forscher haben Methoden entwickelt, um das Erbgut von ausgestorbenen Tieren wie Dinosaurier zu rekonstruieren. Teilen wir uns bald die Erde mit wieder auferstandenen Dinosauriern?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
Hier geht's zum aktuellen Heft »
Hallo, Herr Hofreiter? Wir wollen die Dinosaurier auferstehen lassen. Können Sie uns dabei helfen?«, frage ich. Das Schweigen in der Leitung verheißt nichts Gutes. Schließlich sagt der Molekularbiologe vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig: »Ich glaube nicht, dass ich eine große Hilfe sein werde. Aber kommen Sie doch am Donnerstag vorbei, da reden wir über die Sache.«
Michael Hofreiter hat im vergangenen Jahr mit einem internationalen Forscherteam einen vor 40000 Jahren ausgestorbenen Höhlenbären wieder zum Leben erweckt. Naja, gewissermaßen. Wenn man’s genau nimmt, hat er uraltes Erbmaterial aus Fossilienknochen herausgelöst, gereinigt, analysiert, im Computer zusammengesetzt und es mit heute lebenden Bären verglichen. Er hat das Erbmaterial eines vor Tausenden von Jahren ausgestorbenen Tieres gleichsam restauriert. Eine Genarchäologische Meisterleistung.
Hofreiters Forschungsergebnis hat uns auf die Fährte gesetzt. Könnte ihm dieses Wunder nicht beim Dinosaurier wieder gelingen? Und angenommen, das Dino-Genom ließe sich tatsächlich rekonstruieren: Könnten wir dann nicht auch einen T. rex oder einen seiner friedlicheren Artgenossen einfach nachzüchten?
Wir machen uns also auf die Reise, um den Dinosaurier wiederzubeleben. Ob es eine Reise ins Blaue ist, wird sich weisen. Immerhin kann die moderne Wissenschaft die Evolution bereits jetzt rückwärts laufen lassen – siehe Höhlenbär. Wir haben unserem Unterfangen einen Namen gegeben:»Genosaurus peteri Projekt«. Damit wollen wir die moderne Wissenschaft herausfordern: Bringt uns die Dinosaurier zurück – und sei es nur, um tiefere Erkenntnisse über die Evolution und damit letztlich uns selbst zu gewinnen.
1993 erschuf der Regisseur Steven Spielberg nach der Romanvorlage von Bestsellerautor Michael Crichton den »Jurassic Park«, einen Erlebnispark voller Dinosaurier, die schnell außer Rand und Band geraten. Für den Weg vom Ei zum Inferno genügte Crichton die Blutmahlzeit im Magen einer vor Millionen Jahren in Baumharz konservierten Mücke, um daraus wissenschaftlich sehr fragwürdig einen Zoo voller Saurier erwachsen zu lassen. Damals ein utopisches Kunststück, das den Forschern weltweit bestenfalls ein amüsiertes Kopfschütteln entlockte. 13 Jahre später ist der Spott verschwunden.
Mit molekularbiologischen Methoden und Hochleistungscomputern versuchen Wissenschaftler heute, die Genome ausgestorbener Tierarten zu rekonstruieren. Paläogenomik heißt das neue Forschungsfeld an der Schnittstelle von Paläontologie, Genetik und Informatik. Die Fortschritte sind enorm: Was dem Molekularbiologen Hofreiter gelang, die Rekonstruktion des Höhlenbären-Erbguts, hätte noch vor wenigen Jahren als zweitklassige Sciencefiction gegolten. Also sind wir mit unseren Genosauriern bei ihm genau an der richtigen Adresse.
Wenn man das Max-Planck-Institut in Leipzig betritt, fällt sofort die künstliche Kletterwand ins Auge, die am linken Rand der riesigen Eingangshalle gut zehn Meter gen Decke ragt. Michael Hofreiter kommt die große Freitreppe heruntergelaufen, er sieht an diesem sommerheißen Tag wirklich aus, wie man sich einen Paläontologen vorstellt: kurze Hosen, T-Shirt, Bart, das Haar zum Zopf gebunden. Nur sucht er in Genen statt in Höhlen nach den Spuren der Vergangenheit. Warum gibt es hier eine Kletterwand, Herr Hofreiter? Er lacht: »Weil unser Chef gern klettert.«
Der Chef, das ist der Paläogenetiker Svante Pääbo, scheint Herausforderungen zu lieben. Die Kletterwand im dritten Stock des Instituts ist nur eine davon. Von einer noch größeren Aufgabe erzählt Hofreiter auf dem Weg zu seinem Büro: Svante Pääbo will das Erbgut des Neandertalers entziffern, des Bruders der Menschheit, der vor 30000 Jahren vom Planeten verschwand – nur ein paar Knochen sind von unserem nächsten Verwandten geblieben. Die Entschlüsselung der Höhlenbären-Gene im Sommer vergangenen Jahres war für die Forscher in Leipzig der Beweis dafür, dass ihre Methode zur Gen-Rekonstruktion funktioniert. Jetzt soll sie zeigen, wie viele Gene sie aus den wenigen erhaltenen Neandertalerknochen quetschen kann.
- Zukunftstechnologien
- Ursprünge
- Saurier & Co
























