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Justiz-Skandal?

Hans Kohlhase

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Vom Privatkrieg des Brandenburgers Hans Kohlhase gegen einen sächsischen Junker, der ihm zwei Pferde abluchste.

Die folgende Episode beruht auf einer wahren Begebenheit. Womöglich wird sie Ihnen – zumindest in Teilen – bekannt vorkommen. Sie beginnt im September 1532 in der Stadt Cölln an der Spree. Cölln ist zu dieser Zeit Zwillingsstadt des nahen Berlin, und die Geschichte handelt von einem Fernhandelskaufmann namens Hans Kohlhase, der die letzten Vorbereitungen trifft, um eine Reise nach Leipzig anzutreten. Dort will er Anfang Oktober auf dem Michaelismarkt seine Waren, hauptsächlich Lebensmittel, die er schon im Voraus verschicken ließ, an den Mann bringen.

Kohlhase hat sich eigens für diese Reise zwei Pferde gekauft. Er zieht entweder am 30. September oder am 1. Oktober los und reitet entlang der fürstlich-freien Straße – mautfrei und beschützt. Es geht über Potsdam, Treuenbrietzen, Wittenberg und Düben (heute Bad Düben). Dann erreicht Kohlhase am Abend des 1. Oktober den kleinen Ort Wellaune, drei Kilometer südlich von Düben. Hier, rund 40 Kilometer vor seinem Ziel, will er noch einmal pausieren, ins Wirtshaus einkehren und seine Pferde verpflegen lassen.

Da passiert das Unglück: Zwei Bauern pöbeln ihn an – wie sie behaupten, auf Geheiß des ortsansässigen Junkers Günter von Zaschwitz, Erb-, Lehns- und Gerichtsherr von Schnaditz und Wellaune. Sie bezichtigen Kohlhase des Pferdediebstahls. Der, völlig überrascht, beteuert, er habe die beiden Rosse ordnungsgemäß erworben und könne dies auch beweisen. In Leipzig habe er glaubwürdige Zeugen. Die Bauern bleiben stur und beschlagnahmen die Pferde.
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Autor/in: P.J. Blumenthal


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